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So machen Sie Ihren Haushalt kindersicher

Sicherheit für Kinder im Haushalt
Nicht nur Steckdosen sind im Alltag für Kinder gefährlich. © picture alliance / ZB, Patrick Pleul

Alle 18 Sekunden ein Unfall

Kinder haben einen großen Entdeckertrieb. Ihre Neugier ist allerdings auch der Anlass für viele Unfälle. Und so verletzt sich alle 18 Sekunden ein Kind in Deutschland im Haushalt. Damit gehören Unfälle zu den höchsten Gesundheitsrisiken von Kindern. Die Experten von der Bundesarbeitsgemeinschaft "Mehr Sicherheit für Kinder e.V." geben wertvolle Tipps.

In der Küche dampft und brodelt es, dazu noch die verschiedenen Gerüche: Für Kinder zählt die Küche zu den spannendsten Orten überhaupt. Außerdem kann man hier noch anständig herummatschen. Gerade in der Küche sollten Kinder mithelfen und unter Aufsicht ihre Bekanntschaft mit Geräten und Gefahren machen. Auf eine kleine helfende Hand sollte aber verzichtet werden, wenn unter Zeitdruck gekocht werden muss. Für die Küche gibt es außerdem eine Vielzahl von Sicherheitsartikel, die schützen: Schutzgitter für den Herd gegen das Herunterreißen von Töpfen und das Patschen auf heiße Herdplatten, Abdeckplatten für Backofenfenster, Tür- und Schubladensperren für Putzmittelschränke und Schubladen mit Messern und anderen gefährlichen Küchenutensilien. Beim Umgang mit Elektrogeräten in der Nähe von Wasser ist erhöhte Vorsicht angebracht: Sie könnten ins Wasser fallen und einen tödlichen Stromschlag verursachen. Nach dem Gebrauch immer den Stecker aus der Steckdose ziehen und das Gerät wieder wegräumen. Gefährliche Küchenwerkzeuge und -maschinen sollten nach Gebrauch wegräumt werden. Gleiches gilt für Putz- und Reinigungsmittel.

Ordnung sorgt für Sicherheit

Auch im Badezimmer riecht es ganz außergewöhnlich und es gibt viel zu entdecken. Wie in der Küche sollten gefährliche Gegenstände und Mittel hinter Verschluss gehalten werden, ganz besonders Medikamente, Putzmittel und Kosmetika. Scharfe Gegenstände wie Rasierklingen, Scheren und Feilen gehören an einen sicheren Ort. Babys und Kleinkinder, die in der Wanne oder auf dem Wickelbrett liegen, dürfen nie unbeaufsichtigt gelassen werden. Um Verbrühungen zu vermeiden, das Badewasser sorgfältig auf die Temperatur hin kontrollieren. Bei Elektrogeräten darauf achten, dass sie einen FI-Schutzschalter haben. Im Ernstfall springt die Sicherung heraus. Rutschhemmende Badevorleger und Wanneneinlagen sorgen für den sicheren Stand.

Aber auch im Kinderzimmer genügt es nicht, nur die Steckdosen abzusichern. Hier schränkt Unordnung nicht nur die Bewegungsfreiheit ein, sondern führt auch oft zu Unfällen. Die Regale sollten unbedingt an der Wand festgedübelt werden, damit sie nicht umkippen können. Scharfe Kanten und Heizkörper können abgepolstert werden. Spielsachen nicht in Plastiktüten aufbewahren. Plastiktüten haben grundsätzlich wegen der Erstickungsgefahr nichts im Kinderzimmer zu suchen.

Der Keller ist dunkel und unheimlich, bietet aber tolle Ecken zum Verstecken und in jeder Ecke müffelt es nach Abenteuer. Damit nichts passiert, sollten Abstellräume immer verschlossen sein und den Kindern beigebracht werden, dass sie diese Räume nicht alleine betreten sollen. Alle Chemikalien, Farben, Lösungen, Düngemittel etc. müssen fest verschlossen sein. Auf keinen Fall sollten sie in Getränkeflaschen umgefüllt werden.

Grundsätzlich sollten bestimmte Räume und Möbel als tobefreie Zonen deklariert werden. Gefährliche Geräte und giftige Mittel haben ihren festen Platz an sicherer Stelle und werden nach Gebrauch auch immer wieder gleich dort abgestellt. Eine sichere Wohnung sollte hell und aufgeräumt sein. Und wenn kleine oder große Haushaltsgeräte angeschafft werden müssen, dann sollten immer die mit integrierter Kindersicherung bevorzugt werden. Die kosten zwar ein paar Euro mehr, aber das sollte Ihnen die Sicherheit Ihrer Kinder wert sein.

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