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So läuft die künstliche Befruchtung ab

So läuft die künstliche Befruchtung ab
Manchmal ist eine künstliche Befruchtung die letzte Hoffnung. © picture-alliance/ dpa, Michael Rosenfeld

Invitrofertilisation in sieben Schritten

Wenn Paare auf natürlichem Weg kein Kind bekommen können, ist die künstliche Befruchtung eine Option. Es ist oft der letzte Rettungsanker auf einem langen Weg voller Hoffnung und Enttäuschung.

Die Reagenzglasbefruchtung wird im Fachjargon als Invitrofertilisation (IVF) oder künstliche Befruchtung bezeichnet. Sie läuft in sieben Schritten ab.

Erster Schritt:

Förderung der Eizellenreifung (ovarielle Stimulation) durch die bereits beschriebenen Medikamente

Zweiter Schritt:

Kontrolle der Eizellreifung per Ultraschall und Blutanalyse um den günstigsten Zeitpunkt zur Auslösung des Eisprungs zu bestimmen.

Dritter Schritt:

Auslösen des Eisprungs, meistens durch eine hCG-Injektion

Vierter Schritt:

Operativer Eingriff zur Eizellgewinnung (Ultraschallinterpunktion) spätestens 36 Stunden nach der Injektion des Schwangerschaftshormons hCG, da nach ca. 40 Stunden ein spontaner Eisprung stattfinden würde, so dass die Eizelle für die weitere Behandlung nicht mehr genutzt werden könnte.

Fünfter Schritt:

Samengewinnung und –aufbereitung. Verständlich, dass dieses Thema Ihnen und wahrscheinlich besonders Ihrem Partner Kopfzerbrechen bereitet. Gerade deshalb sollten sie dieses Thema offen ansprechen. Generell gilt: Der Samenspender entscheidet, wo er „spenden“ will, egal ob zu Hause, im Labor oder Hotelzimmer – Hauptsache der Samen liegt nach der Gewinnung schnellstmöglich und keimfrei zur Weiterbearbeitung im Labor vor.

Sechster Schritt:

Befruchtung der gewonnenen Eizelle und Heranwachsen der Embryonen. Die gewonnenen Spermien werden 2 bis 6 Stunden nach der Aufbereitung zu den Eizellen in die Kulturflüssigkeit gegeben. Ei- und Samenzellen dürfen es sich jetzt etwa 24 Stunden in einem Wärmeschrank bei 37 Grad gemütlich machen. Nach diesem Zeitraum wir der Erfolg der Befruchtung kontrolliert und bei positivem Befund kommt es 24 bis 36 Stunden später zum Embryonentransfer.

Siebter Schritt:

Der Embryo wird mit einem dünnen Katheter in die Gebärmutterhöhle übertragen und kann sich jetzt in die Gebärmutterschleimhaut einnisten. Wenn jetzt alles gut verläuft, kommt in neun Monaten Ihr Wunschkind zur Welt. Allerdings gibt es auch nach erfolgreichem Einsetzen des Embryos noch Risiken zu beachten. So kann der Embryo trotz fachgerechten Einsetzens aus der Gebärmutter in den Eileiter wandern, was eine Eileiterschwangerschaft zur Folge hat. Dieses Risiko lässt sich jedoch durch regelmäßige Kontrolle minimieren. Generell gilt, dass 10 bis 15 Prozent aller Schwangerschaften in Deutschland zu einer Fehlgeburt führen. Bei der IVF ist das Risiko leicht erhöht, ebenso das Risiko von Fehlbildungen des Embryos.

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