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So isst auch Ihr Kind Obst und Gemüse!

Wie essen auch Kinder Gesundes?
Mit der richtigen Methode essen auch Kinder gerne Gesundes. © WavebreakMediaMicro - Fotolia

Test: Essen dekorieren oder Tisch abräumen?

Fast alle Eltern kennen das: Da hat man sich mal wieder liebevoll überlegt, was man mal kochen könnte - etwas, das den Kindern halbwegs schmeckt, aber auch gesund ist - und am Ende bleiben Broccoli oder Bohnen doch wieder auf dem Teller liegen. Wie bringt man seine Kinder am besten dazu, auch Gemüse und Obst zu essen oder sogar zu mögen? Essen dekorieren oder den Tisch einfach abräumen? Welche Methode ist die bessere? Eine Familie hat beides ausprobiert.

Die einen malen jeder Traube ein Gesicht auf oder bauen ganze Märchen-Szenarien aus Gemüse nach, andere sagen ganz schmucklos: Das wird gegessen oder gar nichts.

Bei Kindern stehen Obst und Gemüse oft nicht gerade oben auf der Favoritenliste. Dabei sind die Vitamine doch so wichtig, gerade im Wachstum. Aber wenn's nach ihrer Nase ginge, gäb's am liebsten täglich Pizza und Co.

Mutter Jana ist wie viele andere Eltern ratlos. Sohn Paul mäkelt beim Essen - Gesundes kommt bei ihm gar nicht gut an. Jana testet zwei Methoden, mit denen Paul hoffentlich besser und vor allem gesünder isst. Einmal soll Dekoration helfen und einmal Konsequenz.

Mit versteckter Kamera wird das Experiment am Küchentisch verfolgt. Außerdem führt Jana Videotagebuch und achtet bei beiden Methoden auf Zeitfaktor, Aufwand und Erfolg.

Vor allem auf den Geschmack von Steinobst, Kartoffeln und grünem Gemüse soll Paul kommen und zwar kindgerecht.

Methode 1: Essen dekorieren

Im Internet holt sich Jana Anregungen, wie sie das Essen kindgerecht dekorieren kann. Zuerst versucht sie es mit einem bunten Gemüsegesicht und leckeren Fruchtspießen zum Frühstück. Die Zubereitung dauert mindestens zehn Minuten länger als sonst, aber kommt das kreative Frühstück bei dem Sechsährigen auch an? Tatsächlich: Paul ist sogar vom Steinobst begeistert. Mittags dekoriert Jana den sonst weggeschobenen Spinat und die ungeliebten Kartoffeln in Sonnenform. Und? Heute isst Paul sogar Spinat und Kartoffeln.

Fazit zu Methode 1:

Janas erfreuliches Fazit am dritten und letzten Tag mit der Deko-Methode: Mittlerweile hat der Sechsjährige viel Spaß beim Essen und freut sich auf sein künstlerisch ausgestochenes Abendbrot!

Methode 2: Tisch abräumen

Paul ignoriert sein langweiliges Brot. Die Konsequenz: Der Tisch wird abgeräumt. Und Paul hat noch Hunger. Mama Jana versucht konsequent zu bleiben - Naschen ist tabu.

Fazit zu Methode 2:

Hart zu bleiben, fällt Jana schwer. Die Methode ist unbequem und bleibt ohne Erfolg, die Nerven liegen blank. Methode Nummer 2 ist beiden also deutlich schwerer gefallen.

Tipp:

Die Deko-Methode hat im Schnitt zwar mindestens zehn Minuten länger gedauert und war deutlich aufwendiger, aber sie hatte auch deutlich mehr Erfolg bei Sohn Paul. Er aß Dinge, die er sonst verschmähte.

Die konsequente Methode hingegen war zeitsparend und simpel. Essen auf den Tisch, fertig. Für Jana und Paul aber war es nervenaufreibend und blieb nach zwei Tagen erfolglos.

Ob nette Verzierungen mit Möhrchen und Co oder strenge Tischregeln, letztlich müssen Eltern selbst ausprobieren, welches Rezept bei ihrem Kind am besten fruchtet.

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