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So gut wie Sex: Posten in sozialen Netzwerken

So gut wie Sex: Posten in Netzwerken
Im Trend: Mit dem Smartphone in soziale Netzwerke. © dpa, Marc Tirl

Die neue Selbstbefriedigung

Wer braucht schon Sex, wenn er sich in sozialen Netzwerken tummeln kann? Ist Facebook die Antwort auf die Frage, warum der Partner seine Hände nicht vom Smartphone lässt? US-Forscher behaupten: Das Posten in sozialen Netzwerken ist so gut wie Sex.

Das Preisgeben von Persönlichem in Online-Portalen wird gleichzeitig auch als Belohnung empfunden und hat somit eine ähnliche psychologische Wirkung auf unser Gehirn wie die Befriedigung beim Sex.

Die Forscher um Diana Tamir von der Harvard University in Cambridge erklären die Wirkung mit dem Drang, etwas von sich selbst zu erzählen. 30 bis 40 Prozent der eigenen Redezeit verwende ein Mensch dazu, anderen von seinen Erlebnissen und Empfindungen zu berichten. Die Selbstoffenbarung an sich werde dabei als Belohnung empfunden. Wie hoch der Befriedigungsgrad ist, testeten die Forscher aber nicht.

Selbstdarstellung beim Posten wichtiger als Geld

Tamir und ihre Kollegen beobachteten in ihrer Studie auch, dass die Teilnehmer sogar auf Geld verzichteten, um etwas über sich selbst preisgeben zu können. Im Schnitt waren die Probanden dazu bereit, 17 Prozent weniger Geld zu verdienen - nur, um statt Fragen zu anderen Menschen oder Sachthemen solche gestellt zu bekommen, die sich um ihr eigenes Leben drehten.

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