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So funktioniert die Hyposensibilisierung

Hyposensibilisierung
© picture-alliance/ dpa, Patrick Seeger

Hyposensibilisierung: Abhärtung gegen Allergene

Die spezifische Immuntherapie, oft auch Hyposensibilisierung genannt, kann Allergikern helfen, beschwerdefrei zu werden. Nach Ansicht der Weltgesundheitsorganisation ist sie derzeit die einzige Therapie, die die Ursachen von Allergien behandelt.

Die Hyposensibilisierung beginnt normalerweise im Herbst, damit Patienten nicht zusätzlich einer Pollenbelastung ausgesetzt sind. Zunächst spritzt der Arzt seinem Patienten einmal pro Woche (die Abstände werden später größer) sehr geringe Mengen des jeweiligen Allergens unter die Haut. Allmählich erhöht der Arzt dann die Dosis. So soll der Körper nach und nach unempfindlicher gegen die Allergene gemacht werden.

Da als Reaktion auf die Spritze allergische Symptome wie Übelkeit, Juckreiz am Körper oder sogar der lebensbedrohliche anaphylaktische Schock auftreten können, müssen Patienten mindestens eine halbe Stunde nach der Behandlung in der Praxis bleiben. Insgesamt dauert eine spezifische Immuntherapie zwei bis fünf Jahre.

Besonders wirksam bei Insektengiftallergien

In vielen Fällen kommt es bereits nach dem ersten Behandlungsjahr zur Besserung der Symptome. Beschwerden wie Juck- und Niesreiz, tränende Augen und eine laufende Nase gehen zurück. Patienten benötigen dann auch weniger Medikamente. Darüber hinaus kann die Hyposensibilisierung verhindern, dass zusätzliche Allergien auftreten oder Patienten allergisches Asthma entwickeln. Besonders gut sind die Erfolgsaussichten, wenn Patienten nur auf sehr wenige Stoffe reagieren und die Therapie möglichst zeitig nach dem Auftreten der ersten Symptome durchgeführt wird. Zudem sollten die Patienten nicht älter als 40 Jahre als sein.

Eine Hyposensibilisierung ist nicht bei jeder Allergieform wirksam, ebenso spricht nicht jeder Patient auf die Behandlung an. Besonders geeignet ist die Hyposensibilisierung bei Allergien gegen Bienen- und Wespengift, Baumpollen (vor allem Birke, Erle, Hasel), Hausstaubmilben, Katzen und Schimmelsporen.

Unter bestimmten Voraussetzungen ist eine Behandlung auch bei Asthmatikern sinnvoll. So können Asthmaanfälle bei Allergikern zurückgehen, die auf Pollen oder Milben reagieren. Die Erfolgsaussichten sind auch hier am größten, wenn die Allergie erst kurze Zeit besteht, die Anzahl der Allergene gering ist, die Patienten nicht älter als 50 Jahre sind und nur leichtes allergisches Asthma haben. Meist wird die Behandlung aber Patienten mit allergischem Schnupfen empfohlen, um die Entwicklung von Asthma von vornherein zu verhindern

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