So entgehen Sie der Altersarmut

So entgehen Sie der Altersarmut
© dpa, Z1006 Matthias Hiekel

Altersarmut wird immer mehr zu einem bestimmenden Thema. Wer nicht vorsorgt, wird tatsächlich im Alter Probleme bekommen. Dies belegen unabhängig voneinander durchgeführte Studien. Dennoch löst fast jeder Fünfte wegen der Wirtschaftskrise seine private Altersvorsorge wieder auf.

Besonders unter 30-Jährige sind gefährdet

Höchstens jeder Fünfte der heute unter 30-Jährigen wird seinen Lebensstandard im Alter halten können. Zu dieser Meinung kommen sieben Rentenexperten. Positiver fiel die Prognose für Ältere aus: Knapp 30 Prozent der heute über 40-Jährigen und mehr als ein Drittel der über 50-Jährigen könnten ihren Lebensabend ohne größere Einbußen genießen, meinen die Experten.

So viel sollte man sparen

Trotz der offensichtlichen Versorgungslücke, die gerade bei jüngeren Erwachsenen zu erwarten ist, gehen die Experten nicht davon aus, dass der heutige Beitragssatz der Rentenversicherung von 19,9 Prozent wesentlich steigen wird: In fünf Jahren rechnen sie mit Beiträgen von 20,7 Prozent, in zehn Jahren von 21,9 Prozent. "Mehr ist politisch nicht durchsetzbar", sagte Eberhard Sautter, Vorstand der HanseMerkur Versicherungsgruppe.

Deshalb rücken staatlich unterstützte private Vorsorgemodelle wie Riester oder Rürup noch stärker in den Fokus.

Wie viel Geld soll man sparen?

Fünf der sieben befragten Experten waren bereit, konkrete Empfehlungen für Ansparraten in Abhängigkeit vom Alter zu geben. Drei von ihnen rieten den unter 30-Jährigen, mindestens 5 Prozent des Bruttojahresgehalts zurückzulegen, wenn sie heute mit einer privaten Altersvorsorge begännen. Durch die lange Ansparzeit genüge bei jungen Menschen schon ein geringer Betrag, um die Versorgungslücke zu schließen. Bei einem Jahresgehalt von 30.000 Euro wären dies beispielsweise 125 Euro pro Monat. 30- bis 40-Jährige, die heute mit der Vorsorge beginnen, empfehlen die Experten eine Sparrate zwischen fünf und zehn Prozent.

Über 40-Jährige sollten nach Meinung einiger Rentenfachleute sogar zehn bis 20 Prozent ihres Bruttogehalts in die Zukunft investieren. "Früh anfangen ist der Schlüssel zu einer guten Versorgung im Alter", so Sautter.

So entgehen Sie der Altersarmut
© dpa, A3778 Fredrik von Erichsen

Bei der Altersvorsorge in Deutschland wird die renditestärkste Anlageform noch immer zu sehr außer Acht gelassen: Aktien! Selbst nach den blutigen Jahren an den Weltbörsen ist die Aktie mit weitem Abstand die ertragreichste Anlageform - gerade langfristig! Nach Börsenaltmeister André Kostolany gilt pointiert die Formel: 100 - Lebensalter = Geldanteil, der in Aktien investiert werden sollte. Ein 30-jähriger Angestellter könnte entsprechend bis zu 70 Prozent seines Kapitals in Aktien oder Aktienfonds investieren, ein Pensionär von 65 Jahren nur noch knapp ein Drittel. Wem ein Depot mit Aktien zu viel Arbeit ist, kann auch Aktienfonds kaufen. Aber da verdienen eben viele mit, wenn die Kurse auch steigen. Unter Verlusten leiden Sie allein. Wie bei Versicherungen oder Bankeinlagen kann der Anleger auch bei Aktienfonds nach einem Sparplan investieren. Der monatliche Mindestanlagebetrag beläuft sich auf 50 Euro. Blöd nur: Garantiert werden kann Ihnen gar nichts. Und wie auf alle Kapitaleinkünfte wird auch auf Dividenden und Kursgewinne die einheitliche Abgeltungssteuer von 25 Prozent erhoben.

Die Betriebliche Altersvorsorge ist beliebt - mehr als 15 Millionen Arbeitnehmer zweigen monatlich einen Teil ihres Lohns für eine betriebliche Altersvorsorge ab. Bei der sogenannten Entgeltumwandlung verzichtet der Arbeitnehmer auf Teile seines Bruttogehalts und zahlt dafür in eine Betriebsrente ein. Seit 2002 besteht für jeden Arbeitnehmer ein Recht auf die Entgeltumwandlung. Laut Gesetz gibt es fünf Durchführungswege. Welche Variante dem einzelnen Arbeitnehmer zur Verfügung steht, bestimmt der Arbeitgeber: Direktzusage (der Arbeitgeber bei ist selbst Versorgungsträger), Pensionskasse, Direktversicherung, Unterstützungskassen und Pensionsfonds (die betriebliche Altersversorgung wird über einen externen Versorgungsträger abgewickelt). Betriebsrenten müssen bei Auszahlung voll versteuert werden.

Anzeige