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So bekommen Sie quengelnde Kinder in den Griff

So bekommen Sie quengelnde Kinder in den Griff

Kinder, die quengeln, rauben Eltern den letzten Nerv. Sie können die reinsten Engel sein, doch an manchen Tagen ist die Quengelei besonders schlimm. Dann ist man froh, wenn es Abend ist und die Nervensägen ins Bett gehen. Wie Sie den Alltag mit nörgelnden Kindern besser in den Griff bekommen, verrät die Autorin Ute Glaser in Ihrem Buch ‚Die Eltern-Trickkiste’. Denn es gibt einige Tricks, mit denen Sie die Kleinen bei Laune halten können.

Warum quengeln Kinder eigentlich? Frust ist das Code-Wort. Kinder sind oft frustriert, weil sie immer wieder an ihre Grenzen stoßen. Sie können ihre Gefühle nicht anders ausdrücken als in Quengelei. Aber auch Eltern quengeln: Sie sind frustriert, weil ihre Kinder sie immer wieder an die Grenzen ihrer Geduld bringen.

Der Ton macht die Musik

Das A und O für ein gutes Miteinander ist die Sprache: Wie Sie mit Ihrem Kind reden, ist entscheidend. Ihr Kind braucht klare Ansagen. Hat es zu viele Entscheidungsmöglichkeiten oder wird jeder Ihrer Wünsche als Frage geäußert, versteht Ihr Kind die Ansage nicht als solche, sondern als Wahlmöglichkeit, die es eigentlich nicht hat.

Suchen Sie beim Reden den Augenkontakt mit Ihrem Kind und gehen Sie auf seine Augenhöhe. So werden Ihre Worte ernst genommen. Aber auch umgekehrt: Ihr Kind fühlt sich wichtig, wenn es etwas zu sagen hat und Sie sich bewusst ihm zuwenden. Wählen Sie ‚schöne Worte’, wenn etwas mal nicht geklappt hat. Bedenken Sie: Jedes Wort wirkt. So können Sie Ihre Worte auch motivierend einsetzen, die Ihr Kind zu etwas anspornen sollen.

Nicht ‚nicht’ sagen

Mit einem ‚Nein’ sollten Sie sparsam umgehen. Wenn Ihr Kind immer nur ein ‚Nein’ hört, wird es dieses irgendwann ignorieren. Auch das ‚nicht’ in einem Satz hat nicht immer den gewünschten Erfolg. Denn es wird im Gehirn erst im zweiten Schritt verarbeitet. Sagen Sie Ihrem Kind stattdessen, was es tun soll.

Kinder kriegen alles mit

Seien Sie immer aufrichtig und halten Sie sich an Versprechen: Nur so kann Ihr Kind Ihnen vertrauen. Ihre Stimme und Ihre Mimik sollten ebenfalls aufrichtig sein und zu dem passen, was Sie sagen. Kinder bekommen alles mit. Sie beobachten genau und hören alles. Das sollten Sie auch beim ‚Lästern’ berücksichtigen.

Achten Sie auch darauf, welche Erwartungen Sie durch Äußerungen in Ihrem Kind wecken. Es wird sich daran erinnern und enttäuscht sein, wenn Sie nicht erfüllt werden.

Erklären Sie, was Sie machen

Kündigen Sie an, was Sie tun wollen. So kann sich Ihr Kind besser darauf einstellen. Sie sollten Ihrem Kind mit verständlichen Worten außerdem erklären, was Sie machen.

Konsequent sein

Genau so wichtig wie der richtige Umgangston ist Konsequenz. Im Positiven wie im Negativen. Halten Sie sich an das, was Sie angekündigt haben: Das kann sowohl ein Eis nach dem Kindergarten als auch ein das Zähneputzen nach dem Abendessen sein. Versuchen Sie Drohungen zu lassen und sich stattdessen ein Hintertürchen für einen Kompromiss offen zu halten.

Miteinander und jeder für sich

Dieser Kompromiss kann auch mal bedeuten, Ideen Ihres Kindes umzusetzen. Fragen Sie sich öfter mal: Warum eigentlich nicht? Kinderideen können den Blickwinkel verändern. Sie ernst zu nehmen und in die Tat umzusetzen, macht Ihr Kind außerdem stolz und gibt ihm Selbstvertrauen. Für ein gutes Miteinander sollten Sie in der Zeit, in der das Kind Ihre Aufmerksamkeit fordert, wirklich präsent sein und signalisieren: ‚Ich bin jetzt für dich da.’ Lassen Sie Ihr Kind an Dingen, die Sie erledigen wollen, teilhaben. Das gibt Ihrem Kind Mut und Erfahrung und Ihnen die Gelegenheit, Ihre Sachen zu schaffen. Wenn Ihr Kind spielt, lassen Sie es in Ruhe. Es ist dann in seiner eigenen Welt und will nicht gestört werden. Unterbrechungen bringen Ihr Kind aus seiner Spielwelt, in die es nicht so schnell wieder zurückfindet. Ergebnis: Es ist frustriert und wird quengelig.

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