FAMILIE FAMILIE

So bekommen auch Sie einen Kita-Platz

Kitaplatz auswählen und bekommen
Für unter Dreijährige sind freie Kita-Träger oftmals erste Wahl. © picture-alliance/ ZB, Patrick Pleul

Kinderbetreuungsplätze sind Mangelware

Eine Kita-Platz für unter Dreijährige ist wie ein Sechser im Lotto! Das empfinden zumindest viele berufstätige Elltern, die dringend auf eine Betreuung für ihr Kind angewiesen sind. Besonders in westdeutschen Ballungsgebieten gibt es kaum Möglichkeiten, Kinder unter drei Jahren unterzubringen.

Ein Grund: Erst seit kurzem hat auch jedes Kind unter drei Jahren einen gesetzlichen Anspruch auf einen Kindergartenplatz. Vorher galt dies nur für Kinder im Alter von drei bis sechs Jahren (§ 24 SGB VIII).

Doch bislang gibt es zu wenige Betreuungsplätze und zu wenige Erzieherinnen: Insgesamt werden rund 750.000 Betreuungsplätze benötigt. Den Berechnungen der Sozialwissenschaftler zufolge fehlen noch 233.000 Kitaplätze. Zudem fehlen rund 16.000 Erzieherinnen und Erzieher.

Besonders schwierig ist die Situation in den westlichen Bundesländern.Viele Eltern müssen hier auf entsprechend teure Betreuungsangebote ausweichen und zum Beispiel die Hilfe einer Tagesmutter in Anspruch nehmen. In den östlichen Bundesländern sieht es besser aus: Dort stimmen Angebot und Nachfrage ungefähr überein.

Freie Träger als Alternative

Aus lauter Panik, keinen Kita-Platz zu erhalten, melden so manche Eltern ihr Kind gleich nach der Geburt an in der Hoffnung, einen der raren städtischen Kita-Plätze zu bekommen. Doch die Mühe können sich die meisten Eltern sparen: Aufgrund mangelnder Plätze wird schon gerne mal eine Kita ein paar Stadteile weiter zugewiesen. Wenn diese Kita nicht zufällig auf dem Weg zur Arbeit liegt, dann kommt es schon aufgrund des engen Zeitfensters kaum in Frage, das Kind dort unterzubringen.

Deshalb sollten sich Eltern erst gar nicht auf die Kommune verlassen. Gerade in den Städten gibt es eine Vielzahl von Elterninitiativen, die auch staatliche Zuwendungen erhalten. Die Eltern organisieren sich in einem Verein, der auch als Träger der Einrichtung auftritt. Vorteil hier: Der Verein kann sich seine Mitglieder selber aussuchen. An die Stadt müssen die normalen Betreuungskosten gezahlten werden, der Verein nimmt das Essensgeld direkt ein. Hinzu kommt ein monatlich zu entrichtender Vereinsbeitrag. Dafür hat man als Elternteil sowohl beim Essen als auch bei den Belangen der Kita ein Mitspracherecht.

Eltern von unter Dreijährigen sollten Folgendes beachten: Eine realistische Möglichkeit, einen Kita-Platz zu ergattern, hängt zuerst davon ab, ob das eigene Kind in die Kita-Struktur hineinpasst. Das bedeutet: Sucht die Kita eher Jungen oder Mädchen? Ist gerade ein Zweijähriger mit seinen Eltern weggezogen, dann wünscht sich die Kita einen ebenfalls Zweijährigen als Nachfolger, damit die Altersstruktur intakt bleibt.

Wichtig beim Auswahlgespräch: Die meisten Vereinsmitglieder achten oft nicht auf die Kinder, die die Kita aufnimmt, sondern auf die Eltern, die sich im Auswahlgespräch vorstellen müssen. Bei der Präsentation sitzt man leicht einer Jury von zehn Personen gegenüber. Hier gilt es: Nicht zu sehr aufhübschen. Locker bleiben, Bereitschaft zur Mitarbeit zeigen und mit Fähigkeiten punkten, die nicht jeder auf dem Kasten hat. Besonders begehrt bei freien Kitas: Handwerker, die schnell mal anpacken können, wenn in der Kita etwas repariert werden muss. Wer ein Musikinstrument spielen kann, sollte das bei dem Vorstellungsgespräch unbedingt erwähnen. Denn mit Keyboard oder Gitarre ist das nächste Kita-Fest mit Sicherheit ein großer Erfolg.

Anzeige