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So bekommen auch Sie eine Kur

So bekommen auch Sie eine Kur
© picture alliance / CTK, Vojtech Vlk

Schutz vor Stress und Krankheiten

Was ist genau mit Kur gemeint?

Kuren sind Präventionsangebote der Krankenkassen, indem in einem zeitlich begrenzten Aufenthalt Krankheiten vorgebeugt oder bestehende Krankheiten besser auskuriert werden können. Hierbei sind alle Therapieverfahren, die entweder stationär oder ambulant durchführbar sind, mit eingeschlossen. Eine Kur findet meistens in einem speziellen Kur- oder Reha-Zentrum statt.

Welchen Zeitraum umfasst eine Kur?

In der Regel sollte eine Kur mindestens drei Wochen in Anspruch nehmen, damit die Wirkung auch längerfristig spürbar ist

Für wen ist eine Kur erlaubt?

Erwachsene können genauso gut in Kur gehen wie Kinder. Bei Kindern müssen die Eltern als verantwortliche Personen das weitere Vorgehen mit einem Arzt besprechen.

Wie bekomme ich von meiner Krankenkasse eine Kur?

Wer den Wunsch nach einer Kur verspürt oder körperlich am Ende ist, der sollte die Situation mit seinem Arzt besprechen. Nur ein Arzt kann die Dringlichkeit einer Kur für Sie feststellen und bescheinigen. Je nach Schwere der Krankheit wird der Arzt zu einer ambulanten oder stationären Kur raten. Gemeinsam mit Ihrem Arzt werden die Ziele und Behandlungsschwerpunkte festgelegt. Die Notwendigkeit der Kur wird anschließend durch den Medizinischen Dienst der Krankenversicherung, einer neutralen Institution, festgestellt. Dazu muss man sagen, dass etwa ein Drittel der Anträge abgelehnt werden. Eine Kur ist also keineswegs eine Selbstverständlichkeit.

Was tun, wenn der Antrag abgelehnt wird?

Wenn Ihr Kurantrag abgelehnt wurde, sollten Sie nicht gleich resignieren, sondern nach Rücksprache mit Ihrem Arzt Widerspruch einlegen. Tests haben gezeigt, dass Ablehnungen manchmal zu Unrecht erfolgten. Ansonsten beratschlagen Sie mit Ihrem Arzt das weitere Vorgehen und diskutieren mit ihm alternative gesundheitsfördernde Maßnahmen.

Wer bezahlt die Kur?

Die Information über die Kostenerstattung bekommen Sie von Ihrer Kasse. Im Normalfall übernimmt entweder die Kasse oder die Rentenversicherung einen Großteil der Kosten. Bei Ihrer Krankenkasse oder beim Arzt erhält man dann alle notwendigen Auskünfte und auch Antragsformulare.

Was zahle ich selbst für die Kur?

In der Regel tragen zwar die gesetzlichen Kassen bzw. der Rentenversicherungsträger die Kosten für eine Kur, es hat sich allerdings ein Eigenanteil von rund 10 Euro/Tag durchgesetzt. Die genaue Höhe der Zuzahlung hängt dabei von der Art der Kur ab und natürlich auch vom Einkommen des Kurgastes. Der Betrag wird direkt an die Einrichtung gezahlt, also an die Kurklinik oder das Reha-Zentrum.

Etwas höher fällt Ihr Eigenanteil aus, wenn es sich um eine ambulante Kur handelt. Dann zahlen Sie etwa 10 Prozent der Kosten für die Kurmittel, die Ihnen der Kurarzt verschrieben hat. Pro Verordnung bzw. Rezept fallen noch einmal jeweils 10 Euro an. Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren müssen noch nichts dazuzahlen!

Muss ich mir für die Kur Urlaub nehmen?

Nein, das ist nicht notwendig. Laut Bundesurlaubsgesetz dürfen Maßnahmen für die gesundheitliche Prävention oder Rehabilitation nicht als Urlaubstage angerechnet werden.

In Deutschland gibt es ca. 350 Heilbäder und Kurorte. Die Qualitätsstandards sind im Vergleich zum Ausland außergewöhnlich hoch. Kurorte sind aufgeteilt in:

• Mineral- und Thermalheilbäder

• Moorheilbäder

• Heilklimatische Kurorte

• Seeheilbäder und Seebäder

• Kneippheilbäder und -­kurorte

• Felke- und Schrothkurorte

• Heilbäder mit Heilstollen- und Radontherapie

Gibt es besondere Arten von Kuren?

Hier sind insbesondere die Mutter-Kind-Kuren zu nennen, auch hier erhalten die Teilnehmer Kostenzuschüsse von den Kassen bewilligt. Im Einzelnen ist die grundsätzlich mit der jeweilig zuständigen Beihilfestelle oder Krankenkasse im persönlichen Beratungsgespräch abzuklären.

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