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Smiley-Studie: Emoticons haben gleichen Effekt wie ein lachendes Gesicht

Scott Fahlmann
Scott Fahlmann © picture alliance / ASSOCIATED PR, Gene J. Puskar

Neue Studie zeigt, warum Smileys gute Laune machen

Jeder, der online Nachrichten verschickt oder erhält, weiß, wie sehr sich die Aussage eines Inhaltes verändern kann, sobald ein Smiley angehängt wird. Die Nachricht ist dann mit einer bestimmten Intention behaftet und wirkt emotionaler auf uns. Doch warum ist das so? Ein paar Striche und Punkte sollen Emotionen in uns auslösen?

Angefangen hat alles am 19.September 1982, als Scott Fahlmann die Kommunikation mit seinen Studenten im elektronischen Diskussionsforum vereinfachen wollte. Der US-amerikanische Professor für Informatik schrieb darin: "Ich schlage vor, diese Zeichenfolge zu nutzen, um Scherze zu markieren: :-). Man muss es seitwärts lesen. Tatsächlich ist es angesichts der Tendenzen zur Zeit wahrscheinlich ökonomischer, Dinge zu markieren, die keine Scherze sind. Dann kann man das hier nutzen: :-(." Das war dann die Geburt des Emoticon, ein kleines Grinsen aus ASCII-Zeichen sollte nur wenig später ein fester Bestandteil der elektrischen Kommunikation sein.

Smiley: Augen müssen links sein

Unser Gehirn hat sich sehr schnell an diese Zeichenfolge gewöhnt und verknüpft sie mittlerweile automatisch mit einem menschlichen Lächeln, wie Owen Churches von der Flinders University in Adelaide herausfand.

Mit einem Magnetresonanztomografen wurde gemessen, wie die Gehirne der insgesamt 20 Probanden auf Smileys reagieren. Das Ergebnis war erstaunlich: Obwohl das menschliche Gesicht deutlich komplexer ist als ein Zeichen-Gesicht, wurden exakt die gleichen Areale im Gehirn angesprochen.

Wir haben also innerhalb dieser 32 Jahre seit der Entstehung der Emoticons gelernt, auf das Smiley-Symbol mit dem gleichen Aktivierungsmuster im Gehirn zu reagieren. Zudem fand der Forscher heraus, dass die Reaktion wirklich nur stattfand, wenn das Smiley von links nach rechts geschrieben wird, die Augen also linksseitig sind. Das Gehirn reagierte nicht darauf, wenn man das Smiley von rechts nach links lesen musste oder es auf dem Kopf stand.

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