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Smartphones am Steuer sind die häufigste Unfall-Ursache

ARCHIV - Eine Frau sitzt am 02.10.2015 in Düsseldorf (Nordrhein-Westfalen) im Auto am Steuer und liest Nachrichten auf ihrem Smartphone. (zu dpa «Dobrindt will Tablet-Nutzung am Steuer verbieten» vom 18.11.2016) Foto: Monika Skolimowska/dpa +++(c) dp
Finger weg vom Smartphone am Steuer. © dpa, Monika Skolimowska, skm gfh kde csa pil

So gefährlich ist der Blick aufs Display

Ablenkung durch Smartphone und Navi sind heutzutage die größte Gefahr im Straßenverkehr! Eine neue Verkehrssicherheitsstudie zeigt, dass sich die Gefahr eines Unfalls deutlich erhöht, sobald Autofahrer sich von technischen Geräten ablenken lassen - und sei es noch so ein kurzer Blick aufs Display!



Noch gefährlicher als Alkohol

Laut der Studie hätten 60 Prozent der Fahrer, die in den zurückliegenden drei Jahren Unfälle hatten, ihr Mobiltelefon beim Fahren bedient. Bei Fahrern ohne Unfallerlebnis waren es nur 37 Prozent. „Dieses Ergebnis überrascht uns nicht“, so Mathias Scheuber, Schaden-Vorstand bei der Allianz Versicherungs-AG. „Je vielfältiger die Technik und je komplexer deren Bedienung, desto höher ist die Ablenkung vom Straßenverkehr.“ 

Nach Expertenmeinung ist jeder zehnte Unfall mit Getöteten im Straßenverkehr auf Ablenkung zurückzuführen. Im vergangenen Jahr starben fast 3.500 Verkehrsteilnehmer auf deutschen Straßen. Etwa 350 davon sind durch Ablenkungsunfälle ums Leben gekommen. Alkohol am Steuer war dagegen in 256 Fällen die Ursache.  

Früher galt Alkohol am Steuer als Kavaliersdelikt. „Es war nicht verwerflich, nach mehreren Gläsern Wein Auto zu fahren“, sagt Scheuber. „Das ist gesellschaftlich heute nicht mehr akzeptiert, und zu dieser gleichen Haltung müssen wir auch bei der Smartphone-Nutzung am Steuer kommen. Es gibt kein Gewohnheitsrecht auf Ablenkung. Unsere Studie zeigt: Smartphones gefährden Menschenleben.“ 


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Jeder Zweite verstößt gegen das Handyverbot

Laut der Allianz-Umfrage begehen 46 Prozent der deutschen Autofahrer Handyverstöße. 74 Prozent der Befragten sind der Studie zufolge regelmäßig durch die Benutzung verbauter Technik im Fahrzeug abgelenkt. Dazu gehört die Bedienung des Navis während der Fahrt genauso wie das Verstellen des Radios.

Noch gefährlicher wird es, sobald ein Fahrer sein Smartphone in die Hand nimmt. Und diese Ergebnisse der Studie sind alarmierend: 15 Prozent aller Fahrer tippen während der Fahrt und knapp jeder Vierte liest Textnachrichten! Vor allem junge Autofahrer gefährden sich und andere Verkehrsteilnehmer durch die Verwendung ihrer Mobiltelefone. Hier sind die Zahlen sogar noch höher!

Ein anderer Ablenkungsfaktor, der häufig vernachlässigt wird: telefonierende Mitfahrer. Mehr als die Hälfte der Teilnehmer empfinden das Gequasche vom Beifahrersitz aus als ablenkend.



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Staat will Handy-Verbot ausweiten

Auch die Bundesregierung will künftig den sogenannten "Handy-Paragrafen" erweitern - und diesen auch für andere mobile Geräte wie Tablets geltend machen. 

Unsere Botschaft: Auch wenn es wichtig ist, dass der Staat die Straßenverkehrsordnung und Verbote unserem modernen Lebensstil anpasst: Verantwortung für unser Leben und das unserer Mitmenschen hat jeder einzelne von uns - und das zählt mehr, als "nur eine kurze SMS".


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