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Sklavenarbeit für Billig-Jeans vom Discounter

Sklavenarbeit für Discounter-Jeans

Made in Bangladesch: Das kennen viele von Kleidungsetiketten. Doch was das tatsächlich heißt, unter welchen Bedingungen Hosen, T-Shirts und Co. dort hergestellt werden, darüber verrät das winzige Etikett nichts.

Billig-Jeans vom Discounter

Doch die Welt verlangt nach Kleidung. Billigkleidung. Und so produzieren die Näherinnen und Näher in Fernost unter unmenschlichen Bedingungen, um unseren Bedarf zu decken.

Wie die Arbeitsrechtsverletzungen konkret aussehen, wird ein RTL-Team mit versteckter Kamera bei Recherchen in Bangladesch miterleben. Welche menschlichen Tragödien sie mit sich bringen, erfahren wir, als wir Mohammad Abdul Jabbar treffen.

Im November 2012 brannte eine Textil-Fabrikhalle, in der für Walmart und C&A produziert wird, nieder. Über 100 Arbeiter und Arbeiterinnen starben, weil sie in einem abgeriegelten Bereich waren. Eingeschlossen, angeblich, damit sie nicht stehlen können. Die Familien der Angestellten mussten hilflos von außen ansehen wie ihre Angehörigen in dem Gebäude verbrannten. Unter den Toten war auch die Frau von Mohammad Abdul Jabbar.

Mohammad Abdul Jabbar: "Ich habe meine Frau sehr geliebt. Ich…ich meine…ich kann nicht sprechen."

"An dem Tag, als sie starb, sprach ich mit ihr zur Mittagszeit. Wir haben lange telefoniert. Aber als ich nach ein paar Stunden zurückkam, erkannte ich, dass sie nicht mehr da ist. Ich sah das lodernde Feuer mit meinen eigenen Augen, aber es gab keine Möglichkeit, sie zu retten."

Während dessen sollen sich in dem Gebäude dramatische Szenen abgespielt haben: Arbeiterinnen halfen sich gegenseitig, als ihre langen Haare Feuer fingen. Sie schnitten sich gegenseitig die Haare ab. Im letzten Moment rissen sie sich ihre Kleidung vom Körper, um das Feuer loszuwerden.

Das Erschütternde: Die Katastrophe hat nicht überrascht. Denn neben stets abgeschlossenen Arbeitsbereichen hatte die Fabrik keinen Brandschutzplan. Und das ist kein Einzelfall.

Doch nicht nur die Angst vor weiteren Bränden kursiert unter den Arbeitern in Bangladesch, die enorm lange Arbeitszeit ist ein ebenso großes Problem. Wir beobachten vor dieser Textilfabrik wie die Angestellten morgens um 7:00 Uhr ankommen und nachts gegen 2:30 Uhr erst wieder nach Hause gehen.

Teilweise arbeiten die Menschen hier also bis zu 19 Stunden, haben danach nur 3 Stunden Pause.

Bedingungen, die nicht vertretbar sind. Wie man als einzelner Konsument in Deutschland dagegen unternehmen kann, weiß Maik Pflaum, der sich in Deutschland für die Arbeiterinnen in Bangladesh einsetzt.

Der Mindestlohn liegt in Bangladesch derzeit bei 30,- € pro Monat. Erforderlich für den Lebensunterhalt wäre aber das Dreifache, sagt Maik Pflaum. Der Lohn für die unmenschliche Arbeit liegt also auch noch unter dem Existenzminimum. Westliche Textilunternehmen, die in Bangladesch produzieren, sagen, sie wollen die brutale Ausbeutung der Arbeiter ändern. Doch das muss auch von Käufern unterstützt werden, die bereit sind, ein paar Cent mehr für ihre Kleidung auszugeben.

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