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Sitzenbleiber in Europa - so viele bleiben bei den Nachbarn sitzen

Sitzenbleiben - nicht versetzt
Zeugnistag - besonders für Sitzenbleiber ein schwarzer Tag. © picture-alliance / dpa/dpaweb, Achim_Scheidemann

Zeugnisausgabe - besonders für Sitzenbleiber ein schwarzer Tag

Wenn am Tag vor den großen Ferien die Zeugnisse ausgeteilt werden, kommt so mancher Schüler ins Schwitzen.

Trotz Hoffen und Bangen: 21,4 Prozent der 15-Jährigen Deutschen mussten schon einmal eine Klasse wiederholen und belegen in der Hitliste Platz sechs. Bei unseren französischen Nachbarn sind es sogar nahezu doppelt so viele Sitzenbleiber. Hier das traurige Ranking der Sitzenbleiber in Europa (in Prozent: Anteil der Schüler, die wenigstens einmal sitzen bleiben).

1. Frankreich 38,5 %

2. Spanien 35,,3 %

3. Portugal 34,5 %

4. Niederlande 26,3 %

5. Belgien 21,5 %

6. Deutschland 21,4 %

7. Liechtenstein 20,2 %

8. Irland 11,9 %

Sitzenbleiben - nicht mehr zeitgemäß?

In vielen Ländern ist das Sitzenbleiben schon längst ein Relikt aus dem letzten Jahrhundert. In ganz Europa lassen nur noch acht von 28 Ländern ihre Schüler sitzenbleiben. Österreich diskutiert momentan über den Sinn, schlechte Schüler Klassen wiederholen zu lassen. In Finnland zum Beispiel werden lernschwache Kinder nachgeschult um das Klassenziel zu erreichen.

Auch wirtschaftlich gesehen ist jeder Wiederholer ein teurer Kostenfaktor. Laut einer Berechnung des statistischen Bundesamtes kostet jeder Schüler pro Jahr je nach Schulart zwischen 4.000 und 6.000 Euro. Bei ca. 220.000 Sitzenbleibern pro Jahr summieren sich die Kosten.

Die Bertelsmannstiftung hat im Jahr 2010 eine Studie herausgegeben, die sich dem Problem Sitzenbleiben widmet, das Ergebnis: Teuer und unwirksam.

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