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Sitzen ist das neue Rauchen - wer zu lange sitzt, wird krank

Wer lange sitzt, stirbt schneller

Wir sitzen im Büro, im Auto und abends auf der Couch - durchschnittlich 50 bis 70 Prozent unserer Zeit verbringen wir im Sitzen. Mit gravierenden Folgen: Rückenprobleme, Diabetes und Herz- Kreislauf-Erkrankungen nehmen zu. Damit wird das ständige Sitzen für uns gefährlicher als das Rauchen. US-Forscher haben sogar festgestellt, dass Männer, die täglich sechs Stunden sitzen, eine 20-prozentig höhere Sterberate haben. Bei Frauen ist die Rate noch extremer: Es sind 40 Prozent!

Sitzen ist das neue Rauchen
Etwa jede zweite in Deutschland arbeitet täglich im Sitzen.

US-amerikanische Wissenschaftler haben die oben stehenden Sterbe-Raten in einer 14 Jahre dauernden Studie belegt und die Ergebnisse im 'American Journal of Epidemiology' veröffentlicht. Demnach erhöht langes Sitzen das Risiko für viele Krankheiten, darunter sind Darmkrebs und Diabetes. Andererseits hindert es die Durchblutung, verlangsamt die Gehirnleistung und lässt Knochen und Wirbel versteifen.

Da ist es kein Wunder, dass die meisten Krankschreibungen im Jahr 2013 auf Rückenschmerzen zurückzuführen sind. Doch wieso genau ist das Sitzen eigentlich dermaßen schädlich? Unser Körper empfindet die Sitzposition doch als bequem. Allerdings ist Sitzen eine statische Tätigkeit, sprich: Beim Sitzen bewegen wir uns nicht. Das hat zur Konsequenz, dass Muskeln degenerieren und immer schwächer werden. Schwache Muskeln wiederum führen dazu, dass wir leichter Fehlhaltungen einnehmen. Außerdem werden beim Sitzen die Bandscheiben nicht genügend mit Nährstoffen versorgt.

Viele gesundheitliche Probleme entstehen auch nicht direkt durch das Sitzen, sondern den daraus resultierenden Bewegungsmangel. Langes Stehen kann ebenso schaden wie langes Sitzen.

Was ist zu tun?

Die meiste Zeit im Sitzen verbringen wir in den meisten Fällen auf der Arbeit. Deswegen ist es extrem wichtig, dass Sie an Ihrem Arbeitsplatz über einen ergonomischen Stuhl verfügen. Optimal ist ein Tisch, der sich in der Höhe verstellen lässt. Sprechen Sie Ihren Vorgesetzten darauf an – der Chef ist aufgrund des Arbeitsschutzgesetzes und vieler spezieller Verordnungen (zum Beispiel der Bildschirmarbeitsverordnung) dazu verpflichtet, den Arbeitsplatz ergonomisch zu gestalten.

Die Sitzhöhe und die Höhe des Arbeitstisches sollten so eingestellt werden, dass Ihre Arme und Beine sich ungefähr im rechten Winkel befinden. Die Füße sollten vollständig auf dem Boden liegen und die Arme locker auf dem Tisch liegen können. Mindestens 60 Prozent der Oberschenkel sollten sich auf der Sitzfläche befinden.

Am wichtigsten ist es allerdings, aktiv und dynamisch zu sitzen. Das bedeutet: Wechseln Sie immer wieder von der nach vorne gebeugten zur aufrechten und zur zurückgelehnter Haltung. Verlagern Sie ab und zu das Gewicht nach links und rechts. Schon kleine Bewegungen reichen, um die Rückenmuskulatur zu stärken.

Wenn es Ihre Arbeit zulässt, sollten Sie alle 20 bis 30 Minuten aufstehen und sich etwas bewegen – so hindern Sie Ihren Körper daran, unnötig zu versteifen. Nach der Arbeit ist es ratsam, die lange Sitzzeit mit Sport auszugleichen, die WHO rät zu mindestens 75 Minuten Sport in der Woche – das sind nur etwas mehr als 10 Minuten täglich.

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