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Single sein: Wann ist Schluss mit lustig?

Single sein
Das Single-Dasein kann zur Belastung werden

Jede Frau geht anders damit um, Single zu sein

Wenn ich mich in meinem Single-Umfeld umschaue und die seelische Befindlichkeit der Frauen analysiere, dann bin ich in erster Linie mit viel Kummer und Einsamkeit konfrontiert. Dabei handelt es sich keineswegs um Personen, die gern Trübsal blasen. Im Gegenteil, es sind tatkräftige, vitale, lustige, warmherzige Frauen. Die meisten leben allerdings mit oder ohne Kinder schon lange allein. Mit 'lange' meine ich jahrelang.

Alle dieser Frauen hatten am Anfang ihrer Single-Zeit richtig Spaß. Doch irgendwann kam die Sehnsucht nach einem festen Partner. Aber der Partner, der kam leider nicht.

Dann kenne ich noch eine kleine Anzahl von Frauen, die entweder nie Single waren, also von einer Bindung in die nächste 'geflutscht' sind. Und eine noch kleinere Anzahl von Frauen (vielleicht vier), die nach einer Trennung etwa drei Monate allein waren, bis der nächste Traummann angetanzt kam. Dass es sich bei diesen zwei Single-Monaten um eine heiße und schöne Zeit handelt, dass muss ich eigentlich nicht eigens erwähnen.

Beispiel Nina: Sie hatte sich gerade von ihrem Mann getrennt, war vier Wochen sozusagen mannlos und ging gern um die Häuser, als ihr Harald auf einer Party über den Weg lief. Bei beiden schlug die Bombe ein. Liebe auf den ersten Blick.

"Ach, ich wäre schon gern einmal etwas länger Single gewesen", hat Nina seufzend gesagt. "Wer's glaubt, wird selig, denke ich. Du Unwissende. Feiere Du mal über Jahre Deinen Geburtstag und Weihnachten allein, fahr allein Urlaub, geh jeden Abend allein ins Bett, liebe Nina. Prost Mahlzeit. Du würdest Dich bedanken."

Ab wann wird das Single-Dasein zur Belastung?

Frauen wie Nina stellen sich nie vor, wie es ist, jahrelang Single zu sein. Ihre Phantasie reicht für eine Handvoll heiterer und frivoler Monate. Ausgehen, flirten. Es krachen lassen!

So kann das Single-Dasein tatsächlich aussehen. Nach acht oder zehn Jahren ist allerdings Schluß mit lustig. Ich frage mich: Kann man sich das eigentlich aussuchen, ob man wie Nina lebt und liebt? Oder hat sie einfach Schwein gehabt?

Die Wahrheit liegt in der Mitte. Nina ist hübsch, offen und fröhlich. Das hat Harald gewiss in den Bann gezogen. Kein Mann will einen Trauerkloß.

Doch nach gefühlten hundert Jahren Einsamkeit wäre auch Nina das Lachen vergangen. Es ist vor allem eine Gunst des Schicksals, dass man zur rechten Zeit am rechten Ort ist, gute Laune verströmt, dass der Mann, den man trifft, frei und bindungswillig ist.

Die Wege der Liebe auf diese fast buddhistisch gelassene Weise zu sehen, ist ein wunderbarer Trost. Denn das Wissen darum, eben nicht alles in der Hand zu haben, entspannt einen gequälten Langzeit-Single. Zu denken, es läge an einem selbst und man könne das Rad neu erfinden, wenn man so oder so wäre, das deprimiert und lähmt. Die Hände im gewissen Sinne vertrauensvoll in den Schoß zu legen, das macht frei! Die Folge: Man lächelt wieder. Und dann läuft einem alsbald ein Harald über den Weg.

Ich wünsche jeder Frau, die noch keinen hat und einen will, einen herrlichen Harald!

Eure Birgit

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