LIEBE LIEBE

Sich selbst akzeptieren: Fasten Sie Nörgeln statt Süßes!

Die Liebeskolumne bei Frauenzimmer.de
Birgit Ehrenberg

Einfach mal sieben Wochen lang sich selbst mögen

Am Aschermittwoch hat die Fastenzeit begonnen, die traditionell unter dem Motto "Sieben Wochen Ohne" steht. Ich kenne viele Menschen, die diese Botschaft ernst nehmen, die bewusst auf etwas verzichten, um dem Sinn des Lebens wieder nahe zu kommen. Im Trubel des Alltags entfleucht einem dieser Sinn einfach, man hastet und rastet nicht. Wahrheit kann aber nur in der Stille und im Ruhen geboren werden, in der Kontemplation.

Nun wird die Welt nicht plötzlich still, weil man knapp zwei Monate keine Gummibärchen mehr isst, Alkohol meidet oder nicht fernsieht. Doch diese Entsagung schärft die Wahrnehmung, man kann besser hören, was die Schöpfung einem sagen kann - und will.

Für die, die an Gott glauben, sind das Worte, die mit dem Glauben zu tun haben, mit Vertrauen, Zuversicht, Hoffnung und Liebe. Aber auch für jene, die sich nicht als gläubig bezeichnen, hält das Leben in Phasen des frei gewählten Verzichts etwas bereit, etwas Gehaltvolles, das man sonst überhört – und das es wert ist, gehört zu werden.

Wie zum Beispiel die Stimme des eigenen Ichs. Der Stern, unter dem die diesjährige Fastenzeit steht, lautet: "Du bist schön". Sieben Wochen ohne Runtermachen“. Das ist eine deutliche Ansage an jede von uns, einmal zu lauschen, was es alles Gutes über uns zu sagen gibt.

Gerade wir Frauen tendieren fürchterlich dazu, uns selbst zu kritisieren, uns gar selbst zu beschimpfen. Wie oft sagen Frauen zu sich "Ich bin so fett!"? Was den Körper angeht, sind Frauen mit sich gnadenlos, ihnen müssten die Ohren weh tun von ihren Schimpfkanonaden. Stattdessen reißen sie sich immer mehr in einen Abgrund der Selbstabwertung, werden innerlich kleiner und kleiner, ein Teufelskreis. Denn je kleiner und jämmerlicher man sich fühlt, desto mehr verachtet man sich. Am Ende ist man ein Häufchen Elend, Ihr kennt das sicher aus eigener (leidvoller) Erfahrung.

Und die Figur ist nicht die einzige Baustelle, die Frauen mit negativen Gedanken und Sätzen "bearbeiten" und damit manifestieren. Frauen fehlt es häufig im Beruf an Selbstbewusstsein, sie lassen sich zu viel gefallen, sie halten es für normal, dass nicht erkannt wird, was sie leisten, weil sie ihr Können nicht schätzen. Im Umgang mit Männern ist das nicht anders. Wenn Frauen von einem Mann verlassen werden, gehen sie meistens davon aus, dass sie nicht toll genug sind für diesen tollen Hecht, anstatt den Typen zu bemitleiden, dass er sich das Beste entgehen lässt.

Alles Unsinn! Schluss damit, Schluss mit Runtermachen!

Ich lege Euch allen ans Herz, sich das herrliche Motto der Fastenzeit in den kommenden Wochen jeden Tag (!) zu vergegenwärtigen: Du bist schön!

Ich habe von einer Freundin einen kleinen Fasten-Kalender mit weiteren schönen Sätzen geschenkt bekommen, die mich und Euch begleiten und im Denken und Handeln bestimmen sollen: "Du bist wunderbar gemacht!" Und: "Du bist fair!" Und: "Du bist ein Talent!"

Euch fallen sicher weitere Sätze ein, die Ihr Euch sagen könnt wie ein Gebet oder wie eine Meditation. Mein Wunsch: Dass diese Sätze nach sieben Wochen zu inneren Grundsätzen geworden sind, die Euch leiten und erfreuen. Nehmt das mit, hört hin: Ihr seid Euer Sinn.

Das reimt sich sogar, das ist ein gutes Zeichen.:)

Eure Birgit

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