Siamesische Zwillinge in Saudi-Arabien getrennt

Siamesische Zwillinge in Saudi-Arabien getrennt
Wenn sich siamesische Zwillinge Organe teilen, sind ihre Überlebenschancen nur 50:50. Den beiden jemenitischen Kindern geht es jedoch nach ihrer Trennung gut. © Europics

Operation gelungen: 25 Mediziner brauchten neun Stunden

Es grenzt an ein Wunder: Einem saudischen Spezialistenteam ist es in einem komplizierten Fall gelungen, Siamesische Zwillinge zu trennen. Die beiden Jungen - Abdullah und Abdulrahman aus Jemen – waren mit Bauch und Becken zusammengewachsen und teilten sich mehrere Organe.

Die Überlebenschancen, die die Ärzte den Kindern gaben, betrugen ursprünglich 60 bis 70 Prozent. Nach der neunstündigen Operation sind die Ärzte jetzt davon überzeugt, dass beide Kinder überleben werden.

Die Zwillinge hatten vor der Operation nur einen Darm, eine Blase und ein Becken. Den Medizinern unter der Leitung des ehemaligen saudischen Gesundheitsministers Dr. Abdullah Al-Rabiah, gelang es im ‚König Abdulaziz Medical City‘ in Riadh, beiden Kindern funktionsfähige Organe aus dem vorhandenen Material zu bilden.

Nachdem die Zwillinge operativ voneinander getrennt worden waren, teilten sich auch die Ärzte in zwei Teams auf, die die beiden Zwillinge parallel versorgten. Insgesamt waren 25 Ärzte und Schwestern an der Operation beteiligt.

Die Trennung siamesischer Zwillinge hat in dem arabischen Königreich eine lange Tradition, die bereits 25 Jahre zurückreicht. Seit 1990 wurden bereits 35 zusammengewachsene Zwillinge getrennt.

Die beiden Kinder befinden sich derzeit auf der Intensivstation des Krankenhauses. Der Heilungsprozess wird sicher noch längere Zeit brauchen. Die Ärzte hoffen jedoch, dass die Kinder nach ihrer Genesung ein ganz normales Leben führen werden können.

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