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Shopping-Diät gegen Kaufsucht: Nunu Kaller kaufte ein Jahr lang keine Klamotten

Ein Jahr lang ohne Shoppen - Nunu zieht die Reißleine

Nunu Kaller ist Trendsetterin, Bloggerin und sie liebt Mode. Doch als ihre Liebe immer mehr zur Sucht wurde, wagte sie ein Experiment: Sie hat ein Jahr lang auf Shopping verzichtet - keine neue Kleidung, keine Taschen, keine Schuhe.

Bloggerin Nunu Kaller wagt ein Shopping-Experiment
Die Österreicherin Nunu Kaller liebte es, durch Läden zu stöbern und sich mit neuer Kleidung zu belohnen - bis zu ihrer Shopping-Diät.

Die Österreicherin liebte es, durch Läden zu stöbern und sich mit neuer Kleidung zu belohnen - Grenzen kannte sie dabei keine: "Ich habe geshoppt, um mich abzulenken, da es mir in anderen Bereichen meines Lebens nicht gut ging. Aber definitiv nicht, weil ich etwas Neues brauchte."

Auch nach einem schlechten oder besonders guten Tag im Büro zog es Nunu Kaller in die Kaufhäuser. Die Gründe für die Shoppingtour wurden wahllos, wichtig war der Reiz der Belohnung, das befriedigende Gefühl danach. Doch dieses Gefühl hielt nicht lange an, die Abstände zwischen den Einkäufen wurden immer kürzer. "Das ist wie bei einer Drogensucht, durch die Kick schwächer wird, je öfters du ihn hast. Du brauchst ihn dann immer schneller", sagt Nunu.

"Will ich das? Brauche ich das wirklich?"

Doch genauso schnell kam auch das schlechte Gewissen. Nunu zog die Reißleine und kam auf eine vernünftige Idee: Ein Jahr lange keine neue Kleidung. Das wollte sie sich selbst und ihrem Umfeld beweisen. Sie mistete ihren Kleiderschrank aus und schrieb über ihre Hochs und Tiefs während der Shopping-Diät sogar ein Buch ('Ich kauf nix!: Wie ich durch Shopping-Diät glücklich wurde'). Und sie arrangierte sich gut mit ihrer Entscheidung: "Wenn die Freundinnen etwas Neues hatten, hat mich das eher motiviert. Ich habe überlegt, ob ich es mir selbst herstellen kann - aus meinen alten Klamotten zum Beispiel oder ob ich es vielleicht auf einer Tauschparty bekomme."

Außerdem fing die Bloggerin an, sich über die Herkunft ihrer Kleidung zu informieren: "Dieser Massenkonsum, dass man nicht daran denkt, dass die Näherin vielleicht unter menschenunwürdigen Bedingungen arbeiten muss - dabei gibt es so viele Alternativen", sagt Nunu.

Deshalb hat sie beschlossen, Kleidungsstücke auch selbst herzustellen und kritischer zu sein, wenn sie einkauft: "Ich stelle mir immer drei Fragen: 'Will ich das? Brauche ich das? Muss das sein?'" Nunu Kaller fühlt sich nach ihrer Shopping-Diät erleichtert und rät auch anderen Menschen, nochmals genau zu überlegen, ob Verzicht nicht auch ihren Alltag ein bisschen leichter machen würde.

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