Sexy Sprüche auf Kinderunterwäsche: Wir alle tragen Verantwortung!

Sexy Sprüche auf Kinderunterwäsche: Politiker schlagen Alarm
Aufreizende Sprüche auf Kindermode ist vielen ein Dorn im Auge

Mädchen werden zu Sexobjekten stilisiert

Kinderkleidung ist zu sexy! Mit anrüchigen Sprüchen auf den Klamotten werden schon kleine Mädchen zu Sexobjekten stilisiert. Jetzt schlagen Politiker Alarm: "Ich fordere Hersteller und Händler auf, alle Kinderkleidung, die die Kinder zu Sexobjekten macht, aus ihrem Sortiment zu nehmen", appelliert Marcus Weinberg, familienpolitischer Sprecher der CDU/CSU, an Hersteller und Designer. Doch wer ist wirklich verantwortlich? Die Industrie, die Politiker oder doch vielleicht die Eltern?

Von Alexandra Diemair

Sprüche wie "So sexy", "sweet devotion" oder "make me wild" haben (eigentlich) nichts auf Kinderkleidung zu suchen. "Kinder sind keine Sexobjekte. Wie kann es möglich sein, dass in Deutschland T-Shirts und Unterhosen mit der Beschriftung "so sexy" und "sweet devotion" verkauft werden?" empört sich Familienpolitiker Marcus Weinberg. Und auch seine Kollegin, die die Unions-Obfrau im Familienausschuss, Christina Schwarzer verurteilt sexistische Botschaften auf Kinderkleidung. Die Politiker fordern von der Texilindustrie, derartige Kleidung aus dem Sortiment zu nehmen.

Die Verantwortung liegt bei der Gesellschaft

Doch die Frage ist, ob wirklich alleine die Modeindustrie für die zunehmende Sexualisierung von Kinderkleidung verantwortlich gemacht werden kann. In einer Gesellschaft in der Fünfjährige mit High Heels und Augen-Make up bei Miss Wahlen über Laufstege stöckeln und kleine Promi-Mädchen wie Lolitas vor der Kamera posieren, scheinen aufreizende Beschriftungen wie "sweet devotion" nur eine logische Konsequenz. Dennoch ist die Empörung nachvollziehbar. Und auch wichtig. Denn die Aufgabe einer Gesellschaft ist es, ihre Kinder zu schützen. Vor Drogen, vor Alkohol und eben auch frühzeitiger Sexualisierung. Doch diese Aufgabe geht alle an:

Eine Modeindustrie, die bestimmte Mode-Faux-pas ahnden sollte. Die Kinder nicht wie kleine Erwachsene in aufreizender Pose fotografiert. Die auf Stringtangas und wattierte BH’s für Neunjährige verzichtet.

Die Politik, die dieses Thema immer und immer wieder in die Diskussion bringen und die Aufmerksamkeit dafür schärfen muss.

Und zu allererst und vor allem die Eltern: Denn sie sind diejenigen, die die Kleidung kaufen. Die mitbestimmen, welches (sexuelle) Selbstbild ihre Kinder bekommen. Die sich weigern und sperren können, gegen T-Shirts mit völlig unangebrachten sexistischen Sprüchen, aber auch gegen Lederminiröcke für Zehnjährige und bauchfreie Glitzershirts für Achtjährige. Die sich immer wieder gemeinsam mit ihren Kindern mit der Frage auseinandersetzen, welche sexuellen Signale man mit seiner Erscheinung aussendet oder eben nicht. Und die für Streifenshirts, Jeanshosen und Baumwollschlüpfer für Kinder kämpfen.

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