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Sexuelle Ausbeutung: Nutzen die Frauen Männer nur aus?

Sexuelle Ausbeutung: Nutzen die Frauen Männer nur aus?
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Männer Opfer sexueller Ausbeutung?

Wir haben es uns ja schon immer gedacht, dass das für das Gros der Männer ganz schön hart sein muss, dass sie keinen Autozubehör-Katalog durchblättern können, ohne dass sich irgendwelche "Girls" an Alufelgen schmiegen. Und was muss nur in den Männern vorgehen, wenn sie durch die Bahnhofsgegend schlendern und in allen Kinos gibt es nur Filme zu gucken, die aus gutem Grunde erst ab 18 freigegeben sind? Und dann immer diese Demütigungen: Da macht er einer Frau ein nettes Angebot bezüglich der weiteren gemeinsamen Gestaltung des Abends bei ihm zu Hause – und sie lehnt einfach ab?!

Von Ursula Willimsky

Tja, Männer haben es nicht leicht. Ja, man könnte sogar sagen, sie werden diskriminiert. Und einer sagt das sogar ganz klipp und klar: der US-Psychologe Roy Baumeister. In unserer Gesellschaft, so eine seiner Thesen, ist die männliche Sexualität weniger wert als die weibliche. Was sich unter anderem darin zeige, dass sich um die männliche Jungfräulichkeit eigentlich niemand schere und dass die Darstellung von Sexualität häufig sofort als "frauenfeindlich" eingestuft werde. Warum, diese Frage wirft der Wissenschaftler auf, sollen solche Bilder nur eine Entwürdigung der Frau darstellen und nicht auch des Mannes? Und schließlich: Dass Männer große Risiken eingehen und viel Einsatz zeigen müssten, um Sex haben zu können – und ganz schnell Gefahr liefen, als Lüstling abgekanzelt zu werden.

Dabei haben die Männer seiner Meinung nach kaum eine andere Wahl: Man brauche viele Frauen, um den Fortbestand der Menschheit zu garantieren – aber es reichten wenige Männer. Und die müssen sich eben abstrampeln und ständig darum kämpfen, dass die Frauen ihnen überhaupt eine Chance geben, ihren Teil zum Fortbestand der Art beizutragen. Sie schuften im Bergwerk oder im Aufsichtsrat, während die Frauen sich daheim bei Kind und Herd einen gemütlichen machen.

Sexuelle Ausbeutung als Lebensmodell?

Früher hätte sich daraus ein funktionierender Deal entwickelt: Er sichert die Frau materiell ab. Und sie gewährt ihm im Gegenzug, wozu er Lust hat. Dumm nur, dass heutzutage immer weniger Frauen auf die materielle Absicherung durch den Mann angewiesen sind, er aber immer noch genau soviel Lust hat wie zu Urzeiten. Wenn er sich nun scheiden lässt, ist er der Verlierer, weil er den wahren Grund (zu wenig Sex) ja schlecht laut rausposauen kann. Und warum nicht? Weil die männliche Sexualität eben bei uns zu wenig zähle und er sich deshalb mit solchen Aussagen in gesellschaftliche Abseits schießen würde.

Hm. Nun ja. Und wir dachten immer, dass beim Feierabendbier genau solche Sachen gesagt werden, ohne dass einer der Jungs dafür nachher von seinen Geschlechtsgenossen schief angeguckt wird. Und dass die Gleichung "Sex gegen Geld" jetzt nicht unbedingt und in erster Linie für lebenslange Beziehungen gilt… aber wir sind ja auch Frauen und sehen die Sache deshalb wohl etwas anders. Da gab es doch noch so Sachen wie Liebe oder Zuneigung? Vielleicht sogar ganz verwegen weibliche Lust?

Das Leben als eine Art "sexuelle Marktwirtschaft", in der er zahlt und sie gewährt… das klingt irgendwie sehr nach dem Klischee "20-jähriges Model liebt greisen Millionär". Und nicht nach einer modernen Partnerschaft. Die im Übrigen nach Meinung Baumeisters unter dem Deckmantel der Gleichberechtigung vor allem eins ist: die sexuelle Diskriminierung des Mannes.

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