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Sexspielzeug im Härtetest

Öko-Test testet Vibratoren und Sexspielzeug
In edlen Erotik-Boutiquen gibt es reichlich Auswahl an Vibratoren. © picture-alliance/ dpa, Gero Breloer

Nur ein Vibrator und ein Sexspielzeug schneiden sehr gut ab

Ein schummriger Eckladen in Bahnhofsnähe, den man bestenfalls unerkannt betritt – so sahen Sexshops vielleicht früher einmal aus. Sexspielzeug gehört inzwischen zum Liebesalltag, das man in einer Erotik-Boutique in der Einkaufsmeile kaufen kann. Entsprechend wartet bereits in jedem fünften Haushalt ein Vibrator auf seinen Einsatz. Die Zeitschrift Öko-Test hat 22 Produkte getestet – mit teilweise abtörnenden Ergebnissen.

In dem Test konnten 2 Geräte vor allem mit ihren inneren Werten überzeugen: Der Vibrator „Durex Play Pure Fantasy“ und das Sexspielzeug „Nexus Vibro Vibrating G-Spot Massager“ erhielten die Bestnote sehr gut. Ganze 17 Produkte mussten allerdings wegen erhöhter PAK-Werte abgestuft werden. Die polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe gelten teilweise als krebserregend. Der „Adam & Eve Rechargeable Magic Messager 2.0“ enthält sogar 15 Milligramm pro Kilogramm PAK und ist damit besonders stark belastet.

Wie die Prüfer von Öko-Test herausfanden, sind auch die Latexprodukte hoch belastet. Beide Latexspielsachen im Test – der „Latex-Coated Orgasm-Balls“ und der „Fantasy Joy-Lover Master Of Seduction“ - enthalten nitrosamierbare Amine. Diese können in Nitrosamine umgewandelt werden, die bereits in kleinsten Mengen krebserregend sind. Die ebenfalls vorhandenen Latexproteine können Allergien auslösen.

Teure Geräte sind echte Spaßbremsen

Besonders enttäuscht waren die Öko-Tester von den teuren Geräten. So entdeckte das Labor In den Luxus-Geräten „Je Joue MiMi“, „Lelo Tiani“, „We Vibe 3“, „Dorcel Genius Secret Vibe“ und dem Masturbator „Tenga 3D Sculpted Ecstasy Spiral“ Dibutylzinn. Dabei handelt es sich um eine Substanz, die als fortpflanzungsgefährdend und fruchtschädigend eingestuft ist. Die Tester bemängeln vor allem, dass es harmlosere Alternativen gibt, die in Silikonspielsachen zum Einsatz kommen.

Ebenfalls nicht unproblematisch sind magnetische Felder, die besonders bei Vibratoren auftreten. Bereits ab 300 Nanotesla sieht die WHO einen Zusammenhang zwischen Magnetfeldern und Krebs. Sieben getestete Vibratoren wiesen eine Feldstärke von 500 bis 35.000 Nanotesla auf. Allerdings ist bei den Vibratoren zu berücksichtigen, dass sie im normalen Anwendungsfall zu einem Kurzeinsatz kommen und nicht rund um die Uhr laufen.

Die Zeitschrift Öko-Test hat die Sex-Toys ausschließlich auf Schadstoffe getestet. Wie die Geräte in der Praxis punkten – das muss jeder selber testen. Daher ist es wichtig, sich im Geschäft ausführlich beraten zu lassen. Schließlich soll der Lustmacher zu einer Begleitung werden, die richtig Spaß macht.

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