Sexobjekt: Sind Frauen nicht mehr als das?

Bewerbung: Schöne Frauen bekommen schwerer einen Job
Bewerbung: Schöne Frauen bekommen schwerer einen Job © carlosseller - Fotolia, Klaus Tiedge

Ist jede Frau im Job nur ein Sexobjekt?

"Schöner Mist!", denken jetzt alle hübschen Frauen. Denn bei Bewerbungen haben sie gegen ihre hässlichen Konkurrentinnen keine Chance! Eine neue Studie aus Israel hat herausgefunden, dass attraktive Frauen im Job häufiger abgelehnt werden als Durchschnittsfrauen. Müssen wir jetzt unsere Vorurteile alle über den Haufen werfen? Was steckt wirklich dahinter?

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von Dagmar Baumgarten

Was ist das Wichtigste bei einer Bewerbung? Das Foto! Je besser und hübscher wir darauf aussehen, umso sicherer gibt es eine Einladung zum Vorstellungsgespräch. So wurde es jahrelang gepredigt. Stimmt ja auch - aber nur für Männer! Je besser und männlicher der Bewerber auf seinem Foto rüberkommt, umso steiler steigen seine Chancen auf eine Einladung zu einem Vorstellungsgespräch. Für Frauen aber gilt: Bewerbungen auf denen sie besonders hübsch aussehen, kassieren häufig hässliche Absagen. Können jetzt alle Schönheitschirurgen einpacken?

Gibt es so was wie die Wiederentdeckung der inneren Werte? Leider nein. Im Gegenteil. Denn die Personalabteilungen entscheiden sich nicht trotz der hübschen Fassade der Bewerberinnen gegen sie, sondern sie mobben die armen Attraktiven ausgerechnet wegen ihrer Schönheit.

Sexobjekt oder gute Arbeitnehmerin?

Wie kann das sein? Schuld sind ausgerechnet die Frauen selbst. Bei der Studie von den israelischen Forschern Ruffle und Shtudiner wurde es nämlich ziemlich deutlich, dass es um knallharten Konkurrenzkampf geht. Die Personalabteilungen sind zu einer überwiegenden Mehrheit in weiblicher Hand. Und wenn die entscheiden darf, wer die Eintrittskarte ins Unternehmen bekommt, dann entscheidet sie sich angeblich lieber gegen eine potentielle Rivalin. Denn je schöner die Bewerberin, umso wahrscheinlicher ist es, dass sie die Aufmerksamkeit der männlichen Kollegen auf sich zieht.

Diese Befürchtung ist auch nicht unberechtigt. Denn wenn eine schöne Frau erst mal ihre stutenbissigen Kolleginnen überwunden hat, hat sie es danach bei ihren meist männlichen Vorgesetzten wieder viel leichter als ihre Durchschnittskollegin.

Warum nur werden Frauen immer wieder so auf Äußerlichkeiten reduziert? Weil wir Objekte sind. Als vor ein paar Tagen der schwedische Sänger Morten Harket noch in die Welt posaunte, dass Frauen für ihn nur Sexobjekte sind, dachten wir noch

"A-ha! Wieder so ein Spinner!" Der aber leider Recht hat. Das menschliche Gehirn nimmt leichtbekleidete Frauen auf Fotos als Objekte war. Beweisen kann man das damit, dass man die Fotos umdreht. Das Gehirn erkennt Objekte, die auf den Kopf gestellt sind wieder. Bei Gesichtern funktioniert das nicht, weil das Gehirn sie anders verarbeitet. Zeigt man Probanden leichtbekleidete Männer, und dreht sie dann um, werden sie nicht wiedererkannt. Bei Frauen in Dessous ist das genauso einfach, wie eine auf den Kopf gestellte Vase wiederzuerkennen.

Aber auch Objekte haben ein Recht auf Karriere. Also was tun? Am besten, Sie recherchieren gut, wer genau die Bewerbung in die Finger bekommt. Ist es eine Frau, dann sparen Sie sich lieber sämtliche Retusche-Photoshop-Aktionen, die aus ihrem Foto eine Model-Kandidatin macht. Je normaler sie aussehen, umso besser. Und sollte es doch ein Mann sein, der über die Einladung zum Vorstellungstermin entscheidet: Geben Sie alles. Je schöner das Bild, umso besser! Und keine Sorge, wenn das Foto zufällig falsch rum eingeklebt ist. Wie gesagt. Das ist bei Objekten eh egal!