Sex im Vergleich: Wieso wir immer zu anderen Betten schielen müssen

Sex macht glücklich - sofern wir mehr als die Anderen haben!

Am schönsten ist der Sex – wenn die Nachbarn weniger davon haben! Das fand nun ein amerikanischer Glücks-Forscher heraus. Also muss nicht nur „mein Haus, mein Auto, mein Garten“ größer und schöner sein, damit wir glücklich werden. Jetzt muss auch im Schlafzimmer öfter die Lampe brennen als nebenan.

Jutta Rogge-Strang

Wir Menschen sind schon komische Vögel: Am besten geht es uns offenbar, wenn es den anderen ein bisschen schlechter geht. Dabei wird ständig verglichen, und das offenbar sehr gerne mit den Nachbarn. Klar, die sind immer da und haben eine ähnliche Basis-Ausstattung wie wir. Da liegt es nahe, zu vergleichen: Was machen die besser, was machen die (hihihi) schlechter?

Jetzt geht es aber nicht mehr nur ums Auto, sondern auch um das, was sich unter der Bettdecke abspielt : Denn laut einer US-Umfrage ist nicht allein ein reges Sex-Leben befriedigend. Am allerglücklichsten macht es uns, wenn wir ein kleines bisschen öfter mit unserem Partner ins Bett steigen als die Nachbarn.

Das hat der Soziologie-Professor Tim Wadsworth nun erstmals herausgefunden. In seiner Studie "Sex and the Pursuit of Happiness" (Sex und das Streben nach Glück) stellt er klar: Das Glücksempfinden beim Sex steht und fällt mit dem Vergleich.

Dabei kommt es auch auf die Menge an: Zwei bis drei Mal Sex pro Monat ist schon mal gut: 33 Prozent der Befragten fühlten sich glücklicher als diejenigen, die im letzten Jahr gar keinen Sex hatten. Zwei bis drei Mal Sex pro Woche steigerte das Glücksempfinden noch mehr: 55 Prozent fühlten sich rundum glücklich. Aber Achtung, auch hier gilt Klasse statt Masse: Bei der Kategorie „vier Mal und mehr pro Woche“ knickt die Statistik ein, das Glücksgefühl kippt wieder nach unten.

Sex als absolutes Muss: Wieso wir uns selbst so unter Druck setzen

All das kann aber auch ganz schnell nach hinten losgehen: Denn wenn die Nachbarn oder vergleichbare Bekannte und Altersgenossen nur ein bisschen öfter zusammen ins Bett gehen, werden wir sofort traurig oder ärgern uns. Stimmt mit uns vielleicht etwas nicht? Was läuft bei uns falsch? Sind wir eine Gesellschaft von Neidhammeln?

Neid ist ein Gefühl, das so alt ist wie die Menschheit. Neid gehört zu den sieben Todsünden und verschafft den Menschen ein unangenehmes Gefühl der Minderwertigkeit. Soziologisch betrachtet ist der Neid aber auch die Triebfeder für mehr Gerechtigkeit unter den Menschen. US-Essayist Joseph Epstein stellt jedoch fest: "Der Neid ist die einzige Todsünde, die überhaupt keinen Spaß macht.“

Der Weg zum Glück war schon immer steinig: Genug Geld und Gesundheit sind schon mal eine gute Basis. Aber das Glück ist ein flüchtiges Gut: Sobald jemand anders ein kleines bisschen besser ist, ein kleines bisschen mehr hat, ist unser Glück bedroht. Und jetzt sogar auch im Bett!

Da gibt es eigentlich nur eine Lösung: Taten statt Worte! Denn nur, wer selbst aktiv wird, hat eine Chance auf Glück. Sex ist gesund, regt den Kreislauf an und setzt im Körper Endorphine frei – und diese Glückshormone stärken sogar das Immunsystem. Also Schluß mit dem Blick über den Gartenzaun und ab in die Federn!

Anzeige