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Sex als Therapie: Sarah (47) behandelt ihre bipolare Störung mit Sex

Mit Sex bekommt sie ihre bipolare Störung in den Griff

"Sex ist meine Therapie", sagt Sarah Defrates. Sie leidet unter einer bipolaren Störung, ist manisch-depressiv, und hat deswegen extreme Stimmungsschwankungen. Viel Sex ist ihrer Meinung nach der einzige Weg, ihre Krankheit in den Griff zu bekommen. Doch ist das wirklich gesund?

Sextherapie: Sarah (47) therapiert sich selbst mit Sex
Sarah Defrates (47) meint, Sex kontrolliere ihr Leben

Die meiste Zeit des Tages denkt Sarah vor allem an eins: Sex. Egal wo sie ist und egal mit wem sie zusammen ist. "Sex hat mein Leben bisher kontrolliert. Ich spreche jeden Tag darüber, da können Sie jeden fragen", erklärt die 47-jährige Britin ganz offen. Denn für Sarah ist Sex ihre Medizin und der einzige Weg ihre manisch-depressiven Stimmungsschwankungen in den Griff zu bekommen – das behauptet sie zumindest.

"Einige Menschen gehen Joggen und dabei werden Endorphine frei, die sie glücklich machen. Und das einzige, was das bei mir auslöst, ist eben Sex. Es hebt meine Stimmung, wenn ich betrübt bin oder beruhigt mich, wenn ich manisch bin", sagt Sarah. Mit 75 Männern habe sie bereits geschlafen, doch momentan gibt es für sie nur ihren festen Freund Brandon. Der unterstützt ihre Eigentherapie komplett und ist begeistert von ihrer offenen Art. "Es wird nie langweilig mit ihr", sagt Brandon.

Sex als Kontroll-Methode – ist das überhaupt möglich? Sexualtherapeutin Viv Howells hält davon nichts und warnt vor den möglichen Risiken: "Man kann sich schnell in gefährlichen Situationen wiederfinden. Nicht nur, was die Gesundheit angeht. Es kann einfach gefährlich werden, auf der Suche nach schnellem Sex zu sein, wenn man beispielsweise Fremde aus dem Internet trifft."

Über solche Risiken macht sich Sarah eigentlich keine Sorgen. "Ich mag Sex, es ist toll. Es ist ein Geschenk. Es ist doch nichts anderes als jeden Abend in die Kneipe zu gehen", sagt sie. Jetzt will Sarah sogar ein Buch schreiben über ihre erfundene Therapie. Ob die auch anderen hilft – man darf gespannt sein.

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