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Selektive Essstörung: So entstehen Essstörungen bei Kindern

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Wenn Kinder nicht essen wollen, ist es oft eine Phase. Doch manchmal steckt die sogenannte selektive Essstörung dahinter. © Getty Images/iStockphoto, zlikovec

Wochenlang nur Nudeln essen - normal oder schon krankhaft?

Immer mal wieder hört man von Menschen, die sich seit Jahren von nichts anderem ernähren als beispielsweise Nudeln oder Hähnchen-Nuggets. Doch was kurios klingt, kann tatsächlich eine Krankheit sein. Man spricht von einer selektiven Essstörung - sie tritt vor allem bei Kindern auf und kann schwere Folgen haben. Wir zeigen Ihnen, woran Sie die Essstörung beim Kind erkennen und was dagegen helfen kann. 

Daran erkennen Sie eine selektive Essstörung

Dass die Kinder nichts oder nur das Eine essen wollen, liegt oft daran, dass sie Angst vor dem Neuem haben. Das nennt sich Neophobie - oder auch Essens-Neophobie. Dann wünschen sie sich tagelang nur die bekannten und geliebten Nudeln und lassen Erbsen und Möhren auf dem Teller liegen. Diese Phase ist normal und kein Grund zur Sorge. In der Regel mögen die Kleinen nach mehrmaligem Probieren das Gemüse - auch wenn sie es vorher verschmäht haben.

Problematisch wird es, wenn das Kind diese Phase nicht verlässt und sich sein Verhalten auch noch nach dem sechsten Lebensjahr nicht verbessert. Spätestens wenn das Kleine an Gewicht verliert, weil es zu wenig isst, sollten die Alarmglocken läuten.

Viele Eltern geben sich die Schuld für das Verhalten ihrer Kinder. Doch das ist in den meisten Fällen unbegründet. Denn eine selektive Essstörung ist eine Krankheit.

Extreme Fälle von selektiven Essstörungen

Und diese Krankheit kann unbehandelt schlimme Folgen haben, wie das Beispiel einer 17-jährigen Britin zeigt. Stacey Irvin mag Chicken McNuggets - und zwar so sehr, dass sie sich angeblich 15 Jahre ihres Lebens fast ausschließlich von der Fast-Food-Mahlzeit ernährt hat. 

Eine so extrem einseitige Ernährung kann zu Störungen des Stoffwechsels führen. Stacey Irvin brach irgendwann zusammen und wurde mit schwerem Vitamin- und Mineralmangel ins Krankenhaus eingeliefert. Je nachdem bei welchen wichtigen Nährstoffen der Mangel am gravierendsten ist, entstehen als Folge Krankheiten - beispielsweise Diabetes, Gallensteine, Herz-Kreislauf-Probleme oder Gicht. Spätestens dann kommen Ärzte ins Spiel, aber dann ist es eigentlich schon viel zu spät.

Denn vom Ursprung her sind es seelische Nöte, die sich im problematischen Essverhalten als Symptom einen Not-Ausgang suchen. "Bei Essstörungen geht es immer um die Abwehr negativer Gefühle", erklärt Barbara Gmöhling, Diplom-Psychologin in Nürnberg. "Man nutzt sie, um die eigenen Stimmungen zu regulieren."

Was tun bei selektiven Essstörungen bei Kindern?

So weit wie bei Stacey muss es nicht kommen. Und in den meisten Fällen legt sich die Ess-Verweigerungs-Phase bei den Kleinen mit der Zeit wieder. Dauert das Problem mit dem Essen mehrere Jahre und nimmt das Kind infolgedessen ab, sollten Eltern professionelle Hilfe aufsuchen. Denn auch wenn es möglich ist, die selektive Essstörung zu bekämpfen, ist dafür oft Hilfe von Spezialisten nötig. 

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