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Selbstmord: Erschreckende Zahlen belegen die Gefahr

Suizidgefahr: So können Sie helfen

Über das Thema Selbstmord wird in unserer Gesellschaft zu selten offen gesprochen – und das, obwohl 80 Prozent aller Deutschen schon einmal mit dem Gedanken gespielt haben, sich das Leben zu nehmen. Die Ursachen für einen Selbstmord sind vielfältig und komplex. Und vielen könnte geholfen werden, wenn erste Warnsignale ernst genommen würden.

Die folgenden Zahlen zeigen, wie akut das Problem der Selbsttötung ist:

Alle 40 Sekunden tötet sich irgendwo auf der Welt ein Mensch.

Nach Angaben des nationalen Präventionsprogramms versuchen in Deutschland jährlich etwa 100.000 Menschen, sich das Leben zu nehmen.

Allein in Deutschland sterben jährlich 10.000 Menschen durch Selbsttötung.

Selbstmord ist die zweithäufigste Todesart bei Jugendlichen und Erwachsenen unter 25 Jahren.

In Deutschland sterben mehr als doppelt so viele Menschen durch Suizid als durch einen Verkehrsunfall.

Knapp zwei Drittel aller Selbsttöter sind Jungen und Männer.

In acht von zehn Fällen kündigt der Betroffene seine Absicht an - auf der Suche nach Verständnis.

Wie die jüngste Statistik für das Jahr 2012 zeigt, ist die häufigste Suizidmethode Erhängen (4446), Medikamente sind die zweithäufigste Methode der Selbsttötung (1323), mit dem Sturz aus der Höhe nahmen sich 996 Menschen das Leben und 718 Menschen legten sich vor ein bewegendes Objekt, wie die 'Ärzte Zeitung' berichtet.

Ein großes Problem ist, dass nicht immer erkannt werden kann, ob eine Person suizidgefährdet ist. Ein Selbstmord ist für Angehörige ein Schock und wirft Schuldgefühle und die Frage nach dem Warum auf.

Was kann getan werden? Online-Beraterinnen der Caritas geben Tipps: Ganz wichtig sei es, über Probleme zu sprechen. Meistens werden auch unbewusste Signale gesendet, gerade bei Jugendlichen. Schule schwänzen, von zuhause weglaufen, sich von Familie und Freunden zurückziehen und auch die Hobbies nicht mehr wahrnehmen - all das sind ernst zunehmende Symptome. Auf jeden Fall sollte man sich professionelle Hilfe suchen. Es gibt viele Anlaufstellen im Internet, aber auch Telefonhilfe. Zu empfehlen ist außerdem das Gespräch mit einem Psychologen.

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