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Sein bester Freund: Eine Gefahr für die Beziehung?

Sein bester Freund: Eine Gefahr für die Beziehung?
© Zentralbild, Z1018 Ralf Hirschberger

Sein bester Freund gilt als Beziehungs-Killer

Wie oft habe ich an dieser Stelle schon darüber geklagt, wie schnell einer Frau der neue Mann der Träume wieder durch die Lappen gehen kann. Es gibt so viele störende Einflüsse, die das Gleichgewicht einer harmonischen Beziehung gefährlich ins Wanken bringen können. Das Romeo und Julia-Prinzip. Bei den beiden waren die Eltern dagegen, boykottierten und sabotierten die Verbindung. Am Ende war die Liebe von Romeo und Julia aber unsterblich.

Heute will ich mit einem besonders heimtückischen Beziehungs-Feind ins Gericht gehen: Mit dem besten Freund des Mannes. Ich kann euch Geschichten erzählen, dagegen sind sämtliche Attacken von Eltern, Ex-Freundinnen, bösen Schwiegermüttern und selbst politische Verschwörungen harmlos. Das Fiese ist, dass wir uns vor unseren Geschlechtsgenossinnen eher fürchten, deshalb immer auf der Hut sind.

Der beste Freund des Mannes dagegen, den haben wir fast unbesehen gern, dem laufen wir mit offenen Armen und Herzen entgegen. Hat er doch unseren Liebsten jahrelang begleitet, ihn vielleicht schon als kleiner Junge gekannt. Wie niedlich. Zunächst zeigt sich dieser Freund – benennen wir ihn mit dem Allerweltsnamen Gerd - wohlgesonnen, räumt das Feld.

Bereitwillig gibt er den geplanten Wanderurlaub mit seinem Kumpel auf, damit das liebende Paar die erste Reise zu zweit machen kann. Er verzichtet darauf, am Wochenende anzurufen, um das junge Glück nicht zu stören. Er, selbst Single, zieht sich zurück, obwohl er niemanden mehr zum Spielen hat und allein auf dem Fußballplatz hockt.

Ein Heiliger? Ein Wolf im Schafspelz! Obacht: Das ganze selbstlose Gebaren ist meistens eine Show. Wenn ein Gerd spürt, dass es ernst wird mit der Liebe, klebt er sich an die Fersen. Nicht mit einem Mörderkrach, der uns argwöhnisch machen würde. Nein, auf widerlich leisen Sohlen. Wie in dem Märchen mit dem Hasen und dem Igel: Er ist einfach immer da. Im Kino, beim Spaziergang. Er drängt sich dazwischen.

Wenn die Liebe stimmt, stört sein bester Freund nicht

Es soll sogar vorgekommen sein, dass er in einem Romantikhotel auftauchte, den Platz der Frau im Doppelbett beanspruchte und behauptete, schon seit Jahren genau an diesem Tag mit seinem Freund dort verabredet gewesen zu sein.

Der Kumpel, dieser arme Wicht, schwitzt natürlich Blut und Wasser, er steht zwischen zwei Lagern, ist an seiner empfindlichsten Stelle getroffen: dem Ehrgefühl für Solidarität unter Männern.

Motto: Ein Mann lässt seinen Busenfreund nicht hängen für ein Weib. Ein Dilemma. Für alle.

Ihr wollt wissen, ob es ein Happy End geben kann in dieser Art von Dreiecksgeschichte? Ja, es kann eines geben. Mit Hilfe weiblicher Diplomatie? Nein! Im Gegenteil: Mit der Holzhammer-Methode.

Das möchte ich euch dringend ans Herz legen, wenn euch je so ein sogenannter "guter Freund" das Liebesleben schwer macht: Mit Raffinesse und Charme ist diese Nervensäge nicht auszutricksen. Ihr kuschelt ja auch nicht mit einem Killerhai. Schreit ihn an, tretet ihn gegen Schienbein. Sinnbildlich gesehen. Macht eine klare Ansage: "Hau ab, lass uns in Ruhe!"

Entweder seid ihr dann beide los, Euren Liebsten und seinen Kumpel, dann lasst die Turteltäubchen frohen Herzens ziehen, ist nicht schade drum. Oder euer Partner verweist seinen Gefährten in seine Grenzen. Das ist die bessere Lösung. Auf jeden Fall.

Was Gerd angeht, hat er es jedenfalls nicht geschafft, die Liebe zu zerstören. Zwar quetschte er sich noch uneingeladen an die Hochzeitstafel, doch dann ist er auf Nimmerwiedersehen verschwunden. Er hatte keine Chance. Seht Ihr: Die Regel gilt am Ende doch: Eine tiefe Romeo-und-Julia-Liebe zählt. Und bleibt. Liebe besiegt alles.

In dem Sinne: Alles Liebe, Eure Birgit

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