Schweres Schicksal: Schwangere nach Embolie hirntot

Hirntote in der 20. Schwangerschaftswoche

Die Welt der Familie Munoz wurde Anfang November zerstört: An diesem Tag brach Marlise Munoz aufgrund einer Lungenembolie in ihrer Küche zusammen. Mehr als eine Stunde lang war ihr Gehirn wohl ohne Sauerstoffversorgung - sie fiel ins Koma. Die 33-Jährige ist schwanger, in ihrem Bauch schlummert ein 20 Wochen altes Baby. Deswegen weigern sich die Ärzte, die lebenserhaltenden Geräte abzustellen.

Schweres Schicksal: Schwangere nach Embolie hirntot

Doch Marlise und ihr Mann Erik Munoz wussten schon immer: "Wir wollen keine lebenserhaltenden Maßnahmen“. Aus Respekt vor dem letzten Willen seiner Frau will Erik Munoz die Geräte, die seine hirntote Frau am Leben erhalten, abschalten lassen.

Der Fall von Marlise hat in den USA für Empörung gesorgt – Menschen protestieren – weil die Ärzte den Eltern und dem Ehemann die Entscheidung verweigern, die Geräte abzustellen. Doch die Mediziner dort handeln nur nach texanischem Gesetz. Dieses besagt, dass Schwangere unter allen Umständen am Leben erhalten bleiben sollten.

Kind hat tatsächlich Überlebenschancen

Es gibt einen ähnlichen Fall, der tatsächlich ein kleines Leben nach einem Unfall der Mutter hervor gebracht hat.

Die dreijährige Lena wäre gar nicht auf der Welt, hätte ihr Vater entschieden wie Erik Munoz. Denn Lena wurde mit Hilfe eines Kaiserschnitts geboren, während ihre Mutter im Koma lag. Es gleicht fast einem Wunder: Sowohl ihr, als auch ihrer Mutter Yuliya geht es heute gut.

Bei Yuliya war es ein Autounfall, der ihr Leben zum Stillstand brachte, dabei wurde ihre Wirbelsäule vom Hinterkopf gerissen. Zu der Zeit war sie im zweiten Monat schwanger und lag im künstlichen Koma. Um ihr Leben zu retten, mussten ihr die Ärzte schwere Medikamente verabreichen – Medikamente die einem Kind schaden können. Ihr Mann Miguel musste allein entscheiden, ob Yuliya das Kind trotzdem austragen sollte.

Nach acht Monaten im Koma wurde Yuliya dann mit einem Kind konfrontiert, an dessen Geburt sie sich nicht erinnert. Miguel ist sich sicher, er traf für seine Familie die richtige Entscheidung.

Sicherlich unterscheiden sich die Schicksale der beiden Familien. Denn Marlisa Munoz wird wohl auf jeden Fall sterben. Auch ob der Fötus Schäden vom Sauerstoffmangel davon getragen hat, ist nicht klar.

Erik Munoz soll sich nun einen Anwalt genommen haben, der will vor Gericht klären, was Priorität hat: der Wunsch seiner hirntoten Ehefrau oder das Leben eines ungeborenen Kindes.

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