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Schwangerschaftsvitamine: Multivitamin-Pillen steigern das Risiko einer Fehlgeburt

Schwangerschaftsvitamine: Multivitamin-Pillen steigern das Risiko einer Fehlgeburt
© dpa, Armin Weigel

Wirbel um Schwangerschaftsvitamine

Viele Frauen glauben, dass sie ihre Chancen auf ein gesundes Baby steigern, wenn sie Multivitamin-Präparate schlucken - doch offenbar ist das Gegenteil der Fall. Einer Studie zufolge erhöhen Vitamin-Pillen das Risiko einer Fehlgeburt um etwa 30 Prozent. In den ersten Wochen der Schwangerschaft sind Nahrungsergänzungsmittel demnach besonders schädlich. Mediziner sind beunruhigt.

Rund 35.000 werdende Mütter haben dänische und US-amerikanische Forscher für ihre Studie untersucht. Die Ergebnisse sind erschreckend: Frauen, die regelmäßig Multivitamin-Präparate zu sich nehmen, haben ein deutlich erhöhtes Fehlgeburts-Risiko, wie die Forscher im 'Journal of Epidemiology' schreiben. Diese Erkenntnis dürfte viele Ärzte aufschrecken, denn bisher raten Mediziner Frauen mit unerfülltem Kinderwunsch dazu, ihren Organismus mit speziellen Nahrungsergänzungsmitteln zu stärken.

Tausende Frauen schlucken Vitamine und Mineralien, um ihre Chancen auf eine Schwangerschaft zu erhöhen. In der Frühphase der Schwangerschaft erhalten Frauen häufig Aufbaupräparate, die Vitamin C, D oder Vitamin B9 enthalten und das Baby vor Fehlbildungen schützen sollen. Kritisch wurde bislang nur die Einnahme von übermäßig viel Vitamin A gesehen. Doch das könnte sich jetzt ändern.

Aus welchem Grund ausgerechnet Multivitamin-Pillen den Fötus schädigen, ist noch unklar. Weitere Studien sind geplant. Panik ist den Wissenschaftlern zufolge nicht angebracht. Aber ein vorsichtiger Umgang mit Nahrungsergänzungsmitteln.

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