Schwanger mit Siebenlingen: Lindsey Justice verliert alle ihre Babys

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Sternenkind Mila: Sie lebte nur wenige Stunden So nehmen ihre Eltern Abschied 00:16:40
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Sie erwartete sieben Kinder, aber alle starben

Lindsey und Steve Justice haben in ihren fünf Ehejahren vermutlich mehr erlebt als jedes andere Paar: Sie mussten den Tod von sieben Babys verkraften – sie starben alle nach und nach innerhalb von wenigen Monaten, eines vor der Geburt, sechs weitere kurz danach. Dabei hatten sich nicht nur die Eheleute aus Charlotte im US-Bundesstaat North Carolina sehnlichst weiteren Nachwuchs gewünscht, sondern auch die Geschwister Hannah (4) und Hope (2). Jetzt, rund ein Jahr später, machen sie ihre Geschichte öffentlich und gaben dem Sender 'WCNC-TV' ein Interview.

Lindsey und Steve Justice
Lindsey und Steve Justice während er Schwangerschaft. © Weslie Woodley

Mit 30 Jahren wollte Lindsey noch einmal Mutter werden. Da es allerdings einfach nicht klappen wollte, nahm sie Hormone, um die Befruchtung zu beschleunigen. "Jeder Monat kam mir vor, als wären es in Wirklichkeit ganze zehn Jahre!", so beschreibt die junge Frau die Wartezeit bis zum positiven Schwangerschaftstest. An Steves 30. Geburtstag überreichte sie ihrem Mann ein ganz besonderes Geschenk: Sie war schwanger!

Bereits beim ersten Ultraschall stellte der Arzt fest, dass Lindsey nicht nur ein Baby, sondern sechs erwartete! Schon zwei Wochen später entdeckte er ein siebtes Kind auf dem Ultraschallbild. Für die ganze Familie gleicht dies einem Wunder, während sich im Gesicht des Mediziners eher Skepsis breit macht: Er habe noch nie eine Schwangerschaft mit so vielen Föten erlebt, berichtet Lindsey.

Der Gynäkologe teilt der werdenden Mutter mit, dass er sich ernsthafte Sorgen mache und befürchte, dass ihr Körper nicht in der Lage sei, so viele Kinder am Leben zu erhalten. Sein Vorschlag: Damit wenigstens ein Teil der Kinder es schafft, sollten drei abgetrieben werden. 'Reduktion' nennen Experten diesen Schritt. So könnten wenigstens einige Föten eine echte Überlebenschance haben. Da die Familie allerdings streng gläubig und Abtreibung nicht mit der christlichen Ideologie vereinbar ist, haben die Justices sich entschieden, alle Babys zu erhalten und das Schicksal über das Leben der Ungeborenen entscheiden zu lassen. "Steve und ich brauchten uns nicht einmal dabei anzuschauen als uns dieser Vorschlag vorgestellt wurde", sagt Lindsey. "Eine Abtreibung ist für uns keine Option."

Bereits in der zwölften Schwangerschaftswoche verlor Lindsay einen Jungen, den sie Isaac nannte. In SSW 21 passierte es dann: Die junge Frau bekam plötzlich Wehen, die kein Mittel stoppen wollte – ihre sechs Mädchen waren bereits auf dem Weg und erblickten nach und nach das Licht der Welt. Innerhalb von nur zwei Stunden starben sie alle in den Armen ihrer Mama. "Ich hätte alles dafür gegeben, wenn ich sie nur halten, sie umsorgen könnte. Wenn ich sie in den Schlaf wiegen, sie anziehen könnte. Ich wäre so gerne ihre Mutter, ich hätte sie so gern bei mir. Aber es war nicht Gottes Wille."

Heute, etwa ein Jahr später, erinnern zahlreiche Fotografien der Kinder und auch die sieben süßen Häkeldecken der Sternenkinder, die immer auf dem Bett des Paares liegen, an die traurige Geschichte. Am Morgen des 18. Oktober 2014 nahmen Freunde und Angehörige – und natürlich die Justices selbst – an einem Gedenkgottesdienst teil. Dabei stand jedoch nicht der Tod ihrer Siebenlinge im Vordergrund, sondern das kurze Leben der Babys wurde gefeiert.

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