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Schwanger mit 42: Späte Mutterschaft nicht selten

Spätes Mutterglück: Elke war bei der Geburt ihres ersten Kindes 42 Jahre alt.
Elke und Mara im Urlaub. Mit 42 Jahren wurde Elke zum ersten Mal schwanger. © Ralf Neubersch

Das erste Kind mit 42 Jahren

Mara ist ein Sonnenschein. Das kleine Mädchen ist gerade ein Jahr alt geworden und lacht. Mama Elke und Papa Ralf freuen sich mit ihr - und über sie. Denn dass es Mara gibt, grenzt für ihre Eltern an ein Wunder. Mit 42 Jahren wurde Elke erstmals Mutter - sie selber hat nach Jahren des Hoffens nicht mehr dran geglaubt.

Von Sabine Möller

Die Zahl der Frauen, die spät erstmals Mutter werden, steigt. Laut Statistischem Bundesamt wurden 2012 knapp 29.000 Kinder geboren, deren Mütter älter als 40 Jahre alt sind. Etwa jeder fünfte Säugling, knapp 120.000, habe eine Mutter zwischen 35 und 39. Die Geburtenzahlen bei den unter 30-Jährigen sinkt dagegen. Zwei Tage vor der Geburt von Mara wurde Elke Feldmann 42 Jahre, ihr Baby kam völlig gesund zur Welt. Sie war eine Risikoschwangere, nahm sämtliche Vorsorgeuntersuchungen wahr, die in Risikoschwangerschaften angeboten werden. "Nur die Fruchtwasseruntersuchung hätten wir nicht machen lassen. Die Vorstellung, dass das Kind mit einer Nadel verletzt werden könnte, fand ich schlimm", sagt Elke. Aber Gott sei Dank waren alle Ergebnisse bei den Untersuchungen in Ordnung, sodass diese Entscheidung gar nicht getroffen werden musste. Das Max-Planck-Institut kommt in einer Studie von 2012 zu dem Fazit, dass Kinder älterer Mütter zwischen 35 bis 44 Jahren gesundheitlich nicht beeinträchtigt sind.

Auch wenn die Medizin für späte Schwangerschaften vorbereitet ist, ist es der weibliche Körper eigentlich nicht. Ein Mädchen kommt mit etwa 500.000 Eizellen auf die Welt. Bis zu den Wechseljahren bleiben etwa 1000. "Ich dachte schon, ich sei in den Wechseljahren", sagt Elke amüsiert, als sie Veränderungen an ihrem Körper wahrnimmt. Dass sie schwanger sei, daran habe sie nicht gedacht. "Wir hatten gerade ein Haus gekauft und genug um die Ohren." Kinder hätten sie sich schon länger gewünscht, aber sich nie unter Druck gesetzt und setzen lassen. "Und dann, wenn man nicht damit rechnet, passiert es", fasst die Kölnerin zusammen. Als der Kinderwunsch all die Jahre davor ausblieb, hätten sie gedacht, "soll halt nicht sein".

Spätes Mutterglück: Sicherheit fürs Kind

Rückblickend ist Elke froh darüber, später als andere Frauen Mutter geworden zu sein. "Wir haben ein Haus, beide gute Jobs und ungewisse Zeiten hinter uns. Das macht schon viel aus. Ich muss mir über meine berufliche Karriere nicht so viele Gedanken machen wie eine Mitte 20-Jährige. Ich bin gefestigt", reflektiert Elke.

Ihr Umfeld hat durchweg positiv auf die späte Schwangerschaft reagiert. "Es waren sogar viele überrascht, weil sie irgendwann dachten, dass wir keine Kinder wollten." Gerechnet mit bösen Kommentaren hatte sie dennoch. "Interessanterweise haben sich alle super gefreut und keiner kam mit dem Spruch 'Jetzt noch?'." Mit ihrer Mutterrolle hadert sie keineswegs. "Mit Mara stelle ich mich und meine Bedürfnisse in den Hintergrund. Ich habe so viel von der Welt gesehen. Das möchte ich ihr jetzt zeigen", betont sie im Gespräch. In den Babykursen, die sie mit Mara besucht, ist Elke die älteste Mutter. Allerdings sind nicht alle deutlich jünger. Der Großteil sei beim ersten Kind 35 und älter gewesen. Das spiegelt sich auch in den Zahlen wieder. 1970 waren Frauen in Westdeutschland bei ihrem ersten Kind durchschnittlich 24 Jahre alt. Heute sind die 29, Akademikerinnen sogar 33 Jahre alt.

Nur einmal habe Elke wirklich über den Altersunterschied zwischen ihr und Mara nachgedacht. In ihrem Schwimmkurs sei eine Mutter gewesen, die war 20. Da habe sie realisiert, dass diese junge Frau auch ihre Tochter und deren Sohn ihr Enkel sein könnte. Ob Mara ein Geschwisterchen bekommen soll? "Na klar, das wäre herzlich willkommen. Ich weiß, dass die Chancen gering sind, aber wer weiß..."

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