FAMILIE FAMILIE

Schwanger mit 40: Bekommen ältere Mütter die besseren Kinder?

Kinder von älteren Müttern sind gesünder
Kinder von älteren Müttern sind gesünder Wegen besserer Lebensumstände bei älteren Müttern 00:00:22
00:00 | 00:00:22

Schwanger mit 40 - was ist anders?

Ach ja, was wären wir nur ohne die gute alte Wissenschaft! Erst erzählen uns die Forscher, späte Mütter hätten ein erhöhtes Risiko Kinder zu gebären, die eher unter Diabetes oder Autismus litten als die jungen Mütter. Jetzt behaupten Wissenschaftler in einer neuen Studie: Die Babys von Müttern über 40 sind intelligenter, gesünder und haben weniger Unfälle. Ja, mei - was stimmt denn nun, liebe Einsteins?!

Schwanger mit 40: Bekommen ältere Mütter die besseren Kinder?
© picture-alliance / dpa, Lehtikuva Matti Kolho

Von Merle Wuttke

Als Mutter hat man es aber auch nicht leicht: Entweder ist man angeblich zu jung für die Elternschaft und damit zu verantwortungslos und unreif oder man ist vermeintlich zu alt und damit übervorsichtig und gluckenhaft. So wirklich recht machen können wir Mütter es den Forschern jedenfalls nie, ob wir nun 23 oder 43 beim ersten Kind sind. Stattdessen schaffen es die Wissenschaftler mit jeder neuen Studie über die Vor- und Nachteile einer jungen oder späten Mutterschaft, unser schlechtes Gewissen wachsen zu lassen - je nachdem, in welchem Alter wir uns gerade selbst befinden.

Schwanger mit 40 besser als mit 30?

Hildegard Knef bekam mit 42 Jahren ihr erstes Kind. Ein Skandal in den späten 60ern, heute Normalität in deutschen Großstädten. Kein Wunder, schließlich steigt das Durchschnittsalter der Frauen, die ihr erstes Kind bekommen, seit Jahren an. Und in einem Jahrzehnt werden "späte" Mütter auf Spielplätzen und in Krabbelgruppen wahrscheinlich die Regel und nicht die Ausnahme sein. Und sicher, es fällt bei dieser Sorte Mutter schon auf, dass sie besonders gut auf ihre Kinder achtgeben - meist haben sie aufgrund ihres Alters ja aber auch nur dieses eine, das ist irgendwie verständlich. Dieser Augenstern bekommt dann natürlich mehr Aufmerksamkeit, als die Mutter mit Anfang 30 ihren drei Kindern zukommen lassen kann. Während die nämlich damit beschäftigt ist, dem jüngsten Kind die Windel zu wechseln, springt der 4-Jährige vielleicht gerade aus zwei Meter Höhe vom Klettergerüst - Mama sieht’s ja nicht.

Die Spätgebärende schaut dagegen zweimal hin, was ihr Einzelkind so treibt. Ob das nun besser oder schlechter für die Entwicklung der Kinder ist - keine Ahnung. Die Anzahl der Kinderarztbesuche wegen ausgeschlagener Zähne reduziert es aber ganz bestimmt. Häufig sind die Kinder dieser späten Mütter auch besser gekleidet, fahren öfter in den Urlaub oder lernen gleich zwei Instrumente. Ihre Eltern müssen das Haushaltseinkommen ja auch nicht auf Geschwister verteilen und eine Jacke über vier Jahre auftragen lassen. Und später in der Schule können die Töchter und Söhne älterer Eltern sicher sein, dass diese sehr engagiert ihre Schulkarriere begleiten werden, um den Nachwuchs optimal vorzubereiten. Mehrkindeltern fehlt einfach leider die Zeit (und spätestens beim dritten Kind auch die Lust) sich ausgiebig um so etwas zu kümmern. Aber ist das nun besser oder schlechter? Hm, es ist auf jeden Fall anders. Sowieso kommt es doch viel weniger darauf an, wie alt Mutter und Vater sind, sondern darauf, ob sie nur das Fortkommen des eigenen Nachwuchses im Blick haben oder auch an Schwächere denken, wie sie selbst ticken, was für Menschen sie eben sind.

Wer kennt das nicht aus Musikgruppen, vom Kinderturnen und von Spielplätzen, wo sich etliche Elterntypen tummeln: Darunter egoistische Glucken, rücksichtslose Blödmänner, denen man am liebsten die Schaufel übers Gesicht ziehen würde und hilfsbereite Einzelkindmamas.

Es sollte also gar nicht darum gehen, ob man als junge oder späte Mutter besser fürs Kind ist. Sondern darum, was für ein Mensch man ist. Denn - vereinfacht ausgedrückt: Wer ohne Kind ein Arschloch war, der bleibt es auch mit Kind.

Anzeige