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Schwanger mit 14

Ist man mit 14 reif für ein Baby?
Ist man mit 14 reif für ein Baby? © dpa, Daniel Karmann

Ist man mit 14 reif für ein Baby?

Mädchen sollten schon mit 14 Jahren Babys bekommen! Das meint jedenfalls die englische Autorin Hilary Mantel (57), die 2009 für ihren Roman 'Wolf Hall' mit dem 'Booker Prize' den wichtigsten britischen Literaturpreis erhielt. Sie macht sich nun stark für die Mutterschaft in frühen Jahren. Denn als die Gute selber 14 Jahre alt war, dachte sie bei sich: "Jetzt ist die richtige Zeit, um ein paar Kinder zu kriegen, und wenn ich 30 bin, komme ich wieder und hole mir meinen Doktortitel."

Von Jutta Rogge-Strang

"Sex und Babys zu haben ist genau das, was junge Frauen wollen, ihre Instinkte werden nur von der Gesellschaft unterdrückt." Genau! So sieht ein wahrhaft selbstbestimmtes Leben von Frauen aus. Und sehen wir’s doch mal positiv: Eigentlich sind die Kleinen doch schon nach 10 Jahren aus dem Gröbsten raus, und die Mutti kann mit 24 noch locker auf die Piste gehen. Nachholbedarf? Egal!

Ich sehe es in meinen kühnsten Träumen schon vor mir: -"Mamaaaa? Wir schreiben morgen eine Mathearbeit, und die Kleine schläft nachts gerade so schlecht! Könntest du sie heute mal – ausnahmsweise….?" -"Ja sicher, mein Kind, ich hab es ja auch gewollt!" -"Mamaaaa? Meine beste Freundin feiert am Wochenende ihren 13. Kindergeburtstag, und ich komme doch sooo wenig raus… Könntest du sie dann mal – ausnahmsweise….?" -"Ja sicher, mein Kind, ich hab es ja auch gewollt!" -"Mamaaaa? Meine Schulkameraden fahren mit der ganzen Klasse in die Jugendherberge. Könntest du die Kleine dann mal – ausnahmsweise….?"

Was stimmt denn hier nicht...?

Na klar, mit 14 Jahren ist man körperlich bestens in der Lage, ein Kind auszutragen. Und auch die Nachtschichten nach der Geburt zehren sicherlich nicht ganz so nachhaltig an den Körperkräften. Weil das alles so reibungslos funktioniert, breche ich auch gleich noch eine Lanze für die Kinderehe. Dann hat man als Oma auch mit dem ganzen Betreuungskram nix mehr am Hut. Soll die Tochter doch zusehen, wie sie alleine klarkommt. Ok, ganze Menschenrechts-Organisationen sind vehement gegen die Kinderehe, aber mir soll's egal sein. Was interessieren mich soziale Aspekte und Menschenrechte, wenn es doch um das Glück der frühen Mutterschaft geht. Man muss schließlich Prioritäten setzen!

Schwanger mit 14 - Hauptsache Mutter?

Der ganze Rummel um Menschenrechte ist doch wohl auch etwas übertrieben. Warum soll man Frauen nicht als das betrachten, was sie eigentlich sein sollten: Material? Ich habe auch schon eine Idee, wie man das Ganze konsequent umsetzen kann. Ich erinnere mich an die düstere Zukunftsvision von Volker Schlöndorff, der 1990 den Roman "Die Geschichte der Dienerin" von Margaret Atwood verfilmte.

Im Überwachungsstaat Gilead (ehemals USA) hat eine religiöse Sekte die Herrschaft übernommen, die das Land streng nach den Weisungen des Alten Testaments regiert. Frauen sind rechtlos und dienen ausschließlich als Gebärmaschinen. Die nicht gebärfähigen Frauen werden in die von Giftmüll verseuchten Kolonien abgeschoben, wo sie nicht lang überleben. Die wenigen fruchtbaren Frauen werden den regierenden Offiziersfamilien als "Dienerinnen" vermittelt, um deren Nachwuchs zu empfangen und zur Welt zu bringen – natürlich alles in einer peinlich genau geregelten Zeremonie: Der Ehemann muss den Akt am Bettrand stehend ausführen, in Gegenwart seiner geneigten Gattin. Dabei darf er die "Dienerin" auf keinen Fall berühren und es wird streng darauf geachtet, dass die Atmosphäre unerotisch und unpersönlich bleibt, denn die Zeremonie dient einzig und allein der Besamung.

Hauptsache Mutter! Aber vielleicht sollte Hilary Mantel ihren Vorschlag mal konsequent zu Ende denken. Das dürfte eigentlich nicht so schwer sein, denn in England kämpft man schon seit langem gegen die zunehmenden Teenager-Schwangerschaften. Großbritannien liegt damit nämlich europaweit an der Spitze und wird nur noch von den USA übertroffen.

In diese hitzige Diskussion hat Hilary Mantel jetzt nur noch Öl ins Feuer gegossen. Allerdings vermute ich einen ganz anderen, persönlichen Hintergrund für ihre Forderung nach mehr Teenie-Mutterschaften: Sie selbst ist aufgrund einer schweren Endometriose-Erkrankung im Erwachsenenalter kinderlos geblieben.

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