FAMILIE FAMILIE

Schultauglichkeit: Jedes fünfte Kind kommt in der Grundschule nicht zurecht

Viele Kinder vernachlässigt oder überbehütet

Jedes fünfte Kind kommt mit dem Alltag in der Grundschule nur schwer oder gar nicht zurecht - und gehört eigentlich in die Therapie. Das zumindest sagte der Präsident des Bayerischen Lehrerverbandes und löste damit eine bundesweite Diskussion aus - auch über die Rolle der Eltern.

Es reiche schon lange nicht mehr, die Kinder nur zu unterrichten, sagt Grundschulleiterin Ines Fickenwirth. Sie und ihre Kollegen scheinen manchmal die einzigen zu sein, die die Schüler auch erziehen. "Es gibt Eltern, die haben zu wenig Zeit. Andere Eltern haben zu viel Zeit und können sich aber trotzdem nicht intensiv mit ihren Kindern beschäftigen", so Fickenwirth.

Jedes fünfte Grundschulkind sei "schwer oder unbeschulbar", so der Bayerische Lehrerverband in einem Interview mit der ‚Bild am Sonntag‘. Es geht um Kinder, die am liebsten nur stumm in der Ecke sitzen oder die, mit ihrem Verhalten den Unterricht sprengen – sie alle sind mit dem Schulalltag überfordert. Darunter sind oft vernachlässigte Kinder, aber auch solche, die überbehütet aufwachsen.

Schuld an der Grundschulmisere haben also oft die Eltern. Die richtige Mischung bei der Erziehung zu finden, ist für viele auch schwierig. Experten wie Ines Fickenwirth raten Eltern, ihrem Nachwuchs früh einen rücksichtsvollen Umgang mit anderen Menschen beizubringen. Ihnen altersgerecht Verantwortung zu übertragen, helfe auch dabei, dass in der Grundschule alles glatt läuft.

Anzeige