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Schulranzen im Test: Ist billiger auch schlechter?

Was taugen günstige Schulranzen?

Bis zum Schulbeginn im Sommer sind es noch ein paar Monate, aber viele Eltern zukünftiger I-Dötzchen schauen sich jetzt schon nach einem passenden Ranzen um. Die meisten sind bekanntlich ziemlich teuer. Was taugen denn günstige Modelle? Wir haben drei getestet, die zusammen so viel kosten wie ein Markenschulranzen. Wo haben diese günstigen Angebote ihre Schwächen, wo überraschen sie und was muss man generell beachten, damit Kinder beim Gang in die Schule keine Rückenschmerzen bekommen?

Teurer Markenschulranzen oder billiges No-Name-Modell?
Sind teure Markenschulranzen besser als günstige? © dpa, Friso Gentsch

Was passiert, wenn ein Schulranzen über 100 Betonstufen hinunter geschubst wird? Ein absoluter Härtetest, der dem Schulalltag allerdings wirklich nahe kommt. Schließlich werden die Ranzen ständig durch Treppenhäuser und in Ecken geschleudert. Unsere vier Testerinnen stellen drei günstige Ranzen auf diese besondere Belastungsprobe: Von Amigo der "Formel 1" für rund 37 Euro, von Biella den "Space" für 30 Euro und von Tchibo die "Minnie-Maus" für rund 35 Euro. Drei preiswerte Modelle, die zusammen so viel kosten wie ein teurer Ranzen.

Die Schulranzen überstehen den Härtetest relativ gut - bis auf den Space von Biella, der etwas mehr abbekommen hat. Doch auch wenn alle drei Ranzen Schrammen und sogar einige Risse abbekommen haben - der Inhalt blieb bei allen drei einigermaßen verschont.

Und wie sieht das bei Regen aus? Um zu schauen, ob und wo es reintropft, werden die Ranzen von innen komplett mit Bastelpapier ausgestattet. Damit stellen sich die Testerinnen nacheinander zwei Minuten unter die Gartendusche. Halten die Schulranzen dem simulierten Regenschauer stand? Ergebnis: Leider sind alle drei Schulranzen alles andere als wasserdicht.

Schulranzen: Richtig packen, richtig tragen

Gesundheitsmanagerin Manuela Nagel arbeitet für eine große Krankenkasse. Sie kennt sich mit Schulranzen bestens aus und weiß, was momentan auf dem Markt erhältlich ist. Eine Alternative zu Schulranzen, die in den Geschäften zur Zeit angeboten werden, sind beispielsweise Rollkoffer. Von denen rät Manuela Nagel aber eher ab, da sie bei den Kindern zu einer Verdrehung der Wirbelsäule führen können. Außerdem sind sie etwas unpraktisch in öffentlichen Verkehrsmitteln. Die Ranzen, die aussehen wie Trekkingrucksäcke, seien dagegen aber sehr zu empfehlen, da bei ihnen durch den Beckengurt das Gewicht des Schulranzens auf den ganzen Rücken verteilt wird.

Der richtige Ranzen - das ist allerdings nur die halbe Miete. Er muss auch richtig getragen und gepackt werden. Wichtig ist: Der Schulranzen muss oben in Schulter- und unten in Beckenhöhe abschließen und muss eng am Rücken anliegen.

Was viele Eltern nicht wissen: Ein leerer Schulranzen sollte nicht mehr als 1,3 Kilo wiegen und gefüllt nicht schwerer als 12 bis 15 Prozent des Körpergewichts des Kindes sein. Das Gewicht sollte möglichst gleichmäßig auf der Rückenfläche verteilt sein. Die Gurte sollten mindestens vier Zentimeter breit und bananenförmig gekrümmt sein.

Wir lassen die drei Ranzen noch von unserer Expertin begutachten. Sie achtet besonders auf die Sicherheit: Reflektoren sind ebenso wichtig wie auffällige, leuchtende Farben, damit das Kind auch tagsüber gut gesehen werden kann.

Das Fazit für die drei Test-Schulranzen: Manuela Nagel würde keinen der drei wirklich empfehlen. Doch ob teuer oder billig: Wenn Eltern die Gurte am Ranzen ihrer Kinder richtig einstellen und immer darauf achten, dass der Ranzen nicht zu schwer ist, tun sie ihren Kindern und deren Gesundheit schon einen großen Gefallen.

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