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Schulkrankenschwester-Projekt startet in Brandenburg: Endlich Entlastung für Eltern

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Eine Schulkrankenschwester unterstützt ein krankes Kind.
"Schulkrankenschwester"-Projekt wird offiziell gestartet. © dpa, Patrick Pleul, ppl vge

Erste-Hilfe bei kleinen Notfällen

Es ist jedes Mal ein Schock für Eltern, wenn auf dem Display die Nummer von Schule oder Kindergarten erscheint und man weiß, dass man schnellstmöglich seine sieben Sachen packen muss, um das kranke Kind abzuholen. Nicht selten erwartet die Eltern dann ein Kind mit blutigen Knien und Beule am Kopf oder ein Brechdurchfall der allerfeinsten Sorte. Bis zum Eintreffen haben sich Erzieherinnen oder Lehrer um das kranke Kind gekümmert. Nächste Station: Kinderarzt. Wie stressfreier und entspannter wäre es, wenn sich in der Zwischenzeit schon mal jemand vom Fach dem kranken Kind angenommen hätte. Begrüßenswert ist daher das Schulkrankenschwester-Projekt, das derzeit in zahlreichen Städten beginnt. In Frankfurt und im Bundesland Brandenburg will man examinierte Gesundheits- und Kinderkrankenpfleger an den Schulen einsetzen, eben um verletzte oder kranke Kinder schnell zu versorgen. Bis 2018 soll das Projekt laufen.

Das Projekt hat seine Vorbilder in Finnland und Polen, wo Schulpflegekräfte seit Jahrzehnten an der Tagesordnung sind. Dass sich der Initiator des Projekts - die Arbeiterwohlfahrt (AWO) - da hat inspirieren lassen, ist ein gutes Zeichen. Hierzulande sind Schulen nämlich medizinisch schlecht ausgestattet, betont die AWO bei der Vorstellung des Projekts. Da muss sich also etwas tun.

Entlastet werden vor allem die Eltern der Kinder. Wer weiß, dass sein krankes Kind erstmal versorgt wird, bleibt ruhiger. Sie müssen nicht aus Terminen überhastet aufbrechen, können Kollegen in Kenntnis setzen und für Ersatz sorgen. Dank der Schulkrankenschwestern können Eltern schon mal einen ersten Hinweis bekommen, wie ernst die Erkrankung oder der Ausfall des Kindes wirklich ist. Handelt es sich nur um eine Beule oder muss man in die Notaufnahme? Diese erste Einschätzung und Bewertung des Zustandes des Kindes nimmt Eltern eine ganze Menge Druck und die Verantwortung, sich zwischen Arbeit und Familie blitzschnell zu entscheiden. Weiterhin sollen die Schulkrankenschwestern auch chronisch kranke Kinder und Jugendliche medizinisch versorgen. Außerdem ist geplant, Schüler, die länger krank waren, mit ihrer Hilfe in den Schulalltag zu integrieren.

Hoffen wir, dass dieses Projekt keine regionale Besonderheit bleibt, sich landesweit durchsetzen kann und sich Initiatoren finden, die die Finanzierung übernehmen. Nur dann können wir dafür sorgen, dass Eltern wie Kinder etwas davon haben.

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