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Schulessen: Zu viel Fleisch und zu wenig Gemüse

Schulessen: Studie kritisiert deutsche Schulverpflegung
Zu viel Fleisch, zu wenig Gemüse: Das deutsche Schulessen weist viele Defizite auf. © dpa, Franziska Kraufmann

Zu viel Zucker und Fett in deutschem Schulessen

In deutschen Schulen gibt es laut einer aktuellen Studie große Defizite beim Essen. Zu wenig Gemüse, zu viel Fleisch und insgesamt eine zu geringe Speisenauswahl. Das sind die Hauptkritikpunkte einer Studie des Bundesernährungsministeriums, die der 'Welt' vorab in Auszügen vorliegt.

Pizza, Nudeln mit Tomatensoße oder Fischstäbchen – das sind die Klassiker unter den Kantinengerichten, die Kindern schmecken und auch für Kantinenbetreiber günstig in der Produktion sind. Doch dass es gut schmeckt, sollte nicht das Hauptkriterium für die Speisenauswahl sein. Die rund sechs Millionen Kinder, die in Schulen und Kitas essen, sollten sich vor allem auch gesund ernähren. Denn schon jetzt haben bereits 15 Prozent aller Drei- bis 17-Jährigen zu viele Kilos auf den Rippen, jeder zweite bis dritte davon ist sogar stark übergewichtig bis fettleibig.

Das Bundesernährungsministeriums hat nun das Essen in Schulen und Kitas untersucht und dabei große Defizite festgestellt: Zu viel Zucker, Fett, und Fleisch und viel zu wenig Gemüse. „Nach wie vor kommt Fleisch noch zu häufig in den Gerichten vor“, zitiert die „Welt“ aus der Studie.

Zu wenig Auswahl beim Schulessen

Zu einer gesunden Ernährung gehört aber auch genügend Zeit, um das Essen in Ruhe einnehmen zu können. Und auch daran hapert es häufig an deutschen Schulen: Die von der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE)empfohlenen 45 Minuten Pause haben in Deutschland nur vier von zehn Schulen. Und auch in Hinblick auf die Auswahl schneiden die Schulkantinen schlecht ab. Bei der Hälfte aller Grundschulen wird lediglich ein Mittagsmenü angeboten, bei den weiterführenden Schulen bietet lediglich jede vierte Schule mehr als ein Essen an. Wer als Schüler das eine angebotene Essen nicht mag, hat schlechte Karten.

DGE-Präsident Professor Helmut Heseker kritisiert außerdem, dass bei der Schulverpflegung zu sehr auf den Preis geachtet wird und kaum auf die Qualität. Bei den Verantwortlichen fehle oft noch die "Sensibilität für gute Schulverpflegung", sagte Heseker der 'Welt'. Um die Sensibilität bei den Verantwortlichen zu vergrößern und die Qualität des Schulessens dauerhaft zu verbessern, hat Bundesernährungsminister Christian Schmidt nun zum ersten 'Bundeskongress Schulverpflegung' nach Berlin eingeladen.

Immerhin: Mehr als die Hälfte aller Grundschüler finden ihr Essen gut. Kein Wunder bei Pommes und Pizza auf dem Speiseplan.

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