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Schulen total marode: Klassenzimmer-Decke stürzt ein

Kein Schüler freut sich, wenn die Schule brennt

Putz bröckelt von den Wänden, überall gibt’s Löcher im Boden, manchmal kommt sogar die ganze Decke runter. Das ist die Realität in vielen Schulgebäuden in ganz Deutschland. Und das ist eigentlich schlimm genug. Wenn sich aber Schüler, wie jetzt in Berlin, in maroden Klassenräumen auch noch verletzen, ist für viele Eltern endgültig Schluss.

Bruchbude Schule
Viele Schulen in Deutschland sind marode. Allein in Berlin wird der Saniertungsbedarf auf eine Milliarde Euro geschätzt. Jetzt fallen sogar schon Decken von Klassenzimmern herunter. © dpa, Julian Stratenschulte

Als ein Berliner Schüler das Fenster in einem Klassenraum öffnen wollte, kippte der gesamte Rahmen aus der Öffnung. Das Fenster fiel einem Mitschüler auf den Kopf: Platzwunde! Und warum? Weil jahrelang nichts gemacht wurde. Allein in Berlin ist die Bausubstanz der Schulen so marode, dass der Lehrerverband der Stadt mittlerweile von Sanierungskosten in Höhe von einer Milliarde Euro ausgeht. Und Berlin ist kein Sonderfall.

Probleme werden einfach mit Farbe übertüncht

Von wegen „Hurra, die Schule brennt!“: In Dresden demonstrierten 900 Schüler für den Erhalt und die Sanierung ihrer Klassenräume. Erst fielen große Putzbrocken von der Decke, dann geriet eine Steckdose plötzlich in Brand. Dritte Welt in Deutschland!

Verantwortlich für die Schulgebäude sind die Kommunen, die schon lange auf riesigen Schuldenbergen sitzen. Und dann werden teure Sanierungen und Reparaturen jahre- und jahrzehntelang auf Eis gelegt und stattdessen wird das Problem ein wenig mit Farbe übertüncht. Und so verkommt das Land, das immer noch so stolz auf seine Ausbildung und Bildung ist, zu einer Gefahrenzone für die Schüler.

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