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Schulangst: So helfen Sie Ihrem Kind

Auch Eltern können Schulangst haben
Auch Eltern können Schulangst haben Wenn das Kind eingeschult wird 00:03:01
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Damit Schulangst nicht zur Lernblockade wird

Oft geht der Stress schon vor der Einschulung los. Denn mit dem Schulstart beginnt der sprichwörtliche 'Ernst des Lebens'. Das bekommen auch die Schulneulinge zu spüren.

Eltern können einiges tun, um Ihrem Kind die Angst vor der Schule zu nehmen.
Eltern können einiges tun, um Ihrem Kind die Angst vor der Schule zu nehmen. © Fotolia Deutschland, ? Tomasz Trojanowski - Fotolia.com

Unterschwellig, aber auch ganz direkt, werden Sie darauf aufmerksam gemacht, dass mit dem Thema Schule nicht zu spaßen ist. "Gut aufpassen", "still sitzen", "brav sein" sind Satzfetzen, die sich tief ins Unterbewusstsein der Kleinen graben und dort im schlimmsten Fall große Ängste auslösen. So erkennen Sie, ob ihr Kind an Schulangst leidet und was dagegen hilft.

Schulangst macht sich meistens körperlich bemerkbar: Die Symptome sind in der Regel Bauchschmerzen, Kopfschmerzen, Übelkeit, Erbrechen und Durchfall. Aber auch auffällige Stille oder aggressive Aufmüpfigkeit können Anzeichen von Schulangst sein. Jedes Kind verarbeitet Ängste anders.

Die Ursachen für die Schulangst liegen hauptsächlich an zu hohen Erwartungen und am Leistungsdruck von Eltern und Lehrern. Misserfolge sind nicht gewünscht. Das spürt jedes Kind. Aber auch die Angst vor Mitschülern ist oft groß. Denn auch unter den Schülern geht es um Leistung und Anerkennung. Mobbing auf dem Schulhof ist an der Tagesordnung.

Damit Schulangst nicht zur Lernblockade wird, ist es wichtig, dass Sie die Schulangst Ihres Kindes frühzeitig erkennen und rechtzeitig dagegen ankämpfen. Stärken Sie Ihrem Kind den Rücken. Liebe und Zuwendung hat es gerade jetzt dringend nötig. Mit noch mehr Druck und Abneigung verstärken Sie das Problem nur noch. Die Schule sollte nicht ständig im Vordergrund stehen. Suchen Sie den richtigen Ausgleich für Ihr Kind in der Freizeit. Viele Freizeitaktivitäten (Sport, Musik, etc.) können Ihrem Kind Erfolgserlebnisse und Selbstvertrauen bringen. Haben Sie Geduld. Den Gang zum Therapeuten sollten Sie allerdings nicht auf die lange Bank schieben oder ganz scheuen. Hilfe von außen sollten Sie vor allem in festgefahrenen Situationen unbedingt annehmen.

Schule schwänzen verboten

Kinder für einige Tage aus der Schule zu nehmen, bringt nichts bzw. verschlimmert die Situation zusätzlich. Psychologen raten, sich Problemen zu stellen, um sie zu bewältigen. Kinder brauchen dabei aber Ihre Unterstützung. Sie sollten nicht mit ihrer Angst alleingelassen werden.

Aufmerksame Gespräche mit Ihrem Kind helfen, die Angst in den Griff zu bekommen. In vielen Fällen ist es so, dass die Gedanken des Kindes sich immer nur um ein Thema, um sein großes Problem drehen. Wovor hat Ihr Kind Angst? Sind es schlechte Noten, Gewalt in der Schule oder Hänseleien? Reden Sie mit ihm darüber und sprechen Sie ihm Mut zu.

Überfordern Sie Ihr Kind nicht mit weiteren Aufgaben. Zeigen Sie ihm, dass Ihre Wertschätzung nicht von seinen schulischen Leistungen abhängt. Geben Sie nicht dauernd gute Ratschläge, die darauf abzielen, Ihrem Kind einen Platz in der ersten Reihe zu sichern. Auch solche Äußerungen überfordern Ihr Kind.

Tipp: Gespräche über Schulprobleme sollten Sie nicht im Beisein Ihres Kindes führen. Wenn Sie sich mit jemand anderem darüber austauschen wollen, was mit Ihrem Kind los sein könnte, stellen Sie sicher, dass Ihr Kind davon nichts mitbekommt. Auch abwertende Bemerkungen über Ihr Kind in seiner Anwesenheit machen das Problem nur noch schlimmer. Gehen Sie selbst grundsätzlich positiv mit dem Thema Schule um: Schule ist nichts Schlimmes – Schule macht Spaß!

Doch nicht nur Kinder, auch Eltern können eine Schulangst entwickeln. Welche Ängste Mütter und Väter plagen können, erfahren Sie im Video.

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