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Schrittmacher gegen Bluthochdruck: Methode der Zukunft?

Der Schrittmacher gegen Bluthochdruck soll Menschen mit hohem Blutdruck vor Folgeerkrankungen schützen.
Bei manchen Menschen kann Bluthochdruck mit Medikamenten nicht ausreichend gesenkt werden. Ein Schrittmacher soll Abhilfe schaffen.

Wenn Medikamente nicht ausreichen

Hoher Blutdruck kann bei manchen Menschen mit Medikamenten nicht ausreichend gesenkt werden. Ein in den USA entwickelter Schrittmacher könnte den Betroffenen künftig helfen. Der Schrittmacher ist halb so dick und doppelt so lang wie eine Streichholzschachtel. In einer mehrstündigen Operation wird das Gerät unterhalb des Schlüsselbeins eingesetzt. Von dort führen Drähte mit Drucksensoren am Ende zu den beiden Halsschlagadern. An dieser Stelle befinden sich körpereigene Nervenknoten, die den Blutdruck im Organismus überwachen.

Der Schrittmacher sendet nun Elektroimpulse zu den Halsschlagadern und gaukelt den Nervenknoten damit dauerhaft einen viel zu hohen Blutdruck vor. "Das Gehirn reagiert darauf und setzt körpereigenen Mechanismen zur Blutdrucksenkung in Gang - die Gefäße werden stark erweitert", erläutert Dr. Andreas Maximilian Pichlmaier, Leitender Arzt der Klinik für Herz-, Thorax-, Transplantations- und Gefäßchirurgie.

In einer europaweiten Studie mit 35 Patienten konnte der Blutdruck mit Hilfe des Gerätes um rund 30 mmHg gesenkt werden, was die Gefahr von Folgeerkrankungen wie Herzinfarkt und Schlaganfall verringert. Die Herstellerfirma bereitet im Moment eine Studie mit 300 Betroffenen aus den USA und aus Europa vor, die über die Zulassung des Schrittmachers entscheiden könnte. Mit der Untersuchung soll gezeigt werden, dass das Gerät den Blutdruck nicht nur akut, sondern auch dauerhaft senkt.

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