LIEBE LIEBE

Schon Frühzeit-Frauen ahnten es: Sind Softies die besseren Männer?

Ein weicher Mann gilt als guter Versorger und wurde schon von Frühzeit-Frauen bei der Partnerwahl bevorzugt.
Ein weicher Mann gilt als guter Versorger und wurde schon von Frühzeit-Frauen bei der Partnerwahl bevorzugt. © WavebreakMediaMicro - Fotolia

Macho oder Weichei: Welche Mann taugt mehr?

Macho oder Weichei - was wollen Frauen wirklich? Ihr kennt vielleicht die Antwort, aber die (meist männlichen) Forscher lässt die Frage einfach nicht los. Hat eher der Harte oder doch der Zarte das Zeug, allen weiblichen Wesen den Kopf zu verdrehen? Jetzt gibt’s den wissenschaftlichen Durchbruch: Die Softies sind die klaren Sieger, meint Sergey Gavrilets, Biologe an der University of Tennessee in Knoxville! Und zwar seit der ersten sexuellen Revolution vor ein paar Millionen Jahren. Was ist da bloß passiert? Und wie erkennt man denn die wahren Weicheier?

Von Dagmar Baumgarten

Alles fing so an: Ganz früher lebten die Menschen so wie heute auf dem Ballermann. Ok, statt Eimer-Saufen gab es Mammutschädel-Schlürfen. Und die „Seht her, was ich für ein toller Kerl bin!“- Symbole waren noch Muschel- statt Goldkettchen. Die Keulen waren damals noch aus Holz und hießen noch nicht Steuerknüppel einer PS-Schleuder. Aber wahrscheinlich konnte die Frau schon damals berechnen, dass die Größe der Keule im umgekehrt proportionalen Verhältnis zur wahren Männlichkeit steht...

Aber sie konnte ihn dafür nicht ausschimpfen - es gab ja noch keine klar verständliche Sprache! Womit wir wieder auf dem Ballermann, abends ab etwa 23 Uhr wären. Ohne Sprache fällt allerdings auch das Gespräch über Hobbies oder andere Gemeinsamkeiten flach, und weil es noch keine App für lustiges Höhlenmalen nach Zahlen gab, griff man sich einfach das nächste Weibchen und beschäftigte sich mit ihren Kurven. Denn während auf dem Ballermann die Promille die Männer regiert, war es beim Neander-Mann in Ermangelung von Sangria noch die Potenz. Hochprozentiges bescherte ihnen noch keine Hänger und so konnten sich die ranghöchsten, stärksten Männer die meisten Frauen nehmen. Plötzlich steht folgende Frage im Raum: Verdammt, wer ist eigentlich der Vater von welchem Kind?

Mit der sexuellen Revolution entsteht die Familie

Und die Männer hatten schon wieder die Nächste im Visier. Die dadurch entstehende Blutleere im Gehirn ließ die Verantwortung für den Nachwuchs ins Bodenlose abstürzen. Klar, dass die Frauen irgendwann keine Lust mehr hatten, jeden Morgen grübelnd aufzuwachen: „Warum hast du erst mit mir, dann mit meiner Schwestern und dann mit meinen Cousinen geschlafen?“ Und während sich die Neander-Frau eigentlich schon wieder ganz alleine um die Höhle kümmern musste, vergnügte er sich schon wieder mit freilaufenden Mammuts und fremden Möpsen.

Es musste sich was ändern. Und es änderte sich etwas Dramatisches. Frauen warfen sich nicht mehr automatisch dem größten Macho in die starken Arme. Sie sahen sich lieber in der Rangniedrigeren zweiten Reihe nach einem Partner um. Und da tummelten sich kluge Männer, die einen schmaleren Bizeps mit einer stärkeren Sensibilität kompensierten. Der Softie war geboren. Und mit ihm die Familie. Denn plötzlich war der sensible Typ gefragt, der sich um die Frau und um den Nachwuchs kümmerte, solange bis der nächste Nachwuchs kam, und der Nächste usw. Das neue Modell der Monogamie war geboren.

Aber woran erkennt frau einen echten Softie? Wichtige Regel: Bloß nicht vom Äußeren täuschen lassen. Der vermeintliche „Du, ich versteh Dich"-Schluffi mit hängendem Schultern, fliehendem Kinn und Fusselflaum ist im Umgang häufig viel egoistischer und kompromissloser, als die markante Kante! Banal, aber wahr: Das Klischee „Harte Schale - weicher Kern“ scheint sich die Evolution zu Herzen genommen zu haben. Je markanter und breiter die Gesichtszüge des Mannes, umso zarter ist das Sensibelchen, das sich dahinter verbirgt, meinen Psychologien der schottischen Universität St. Andrews. Eigentlich kein Wunder, denn um die Herausforderung Familie ehrlich und souverän zu meistern, braucht man sowohl das durchsetzungsstarke Kinn als auch das sensible Herz. Und genau dafür lieben wir doch die starken Softies!

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