Schokolade macht doch nicht dick

Schokolade
Schokolade © dpa bildfunk

Regelmäßiger Genuss von Schokolade macht dünn

Mädels! Ran an die Schoko-Hasen! Pünktlich zum Osterfest, das ja nicht gerade als die Zeit der kalorienreduzierten Leckereien gilt, erfreut uns die University of California mit einer Studie zum Thema Gewicht. Hauptaussage: Schokolade macht dünn.

Von Ursula Willimsky

Wie schön. Endlich mal ein Studienergebnis, das wir uns auf der Zunge zergehen lassen und dann direkt in die Tat umsetzen können. Das wir – einen kleinen Hang zum Selbstbetrug vorausgesetzt – sogar als Alibi nehmen können, um hemmungslos über das Osternest samt Krokant-Eiern und Vollmilch-Häschen herzufallen. Wenn sogar Kalifornier sagen, dass das Zeug gut für die Figur ist, wollen wir schließlich keine Appetit- und Lustbremsen sein.

Wobei ganz ehrlich gesagt, die Forscher um Beatrice Golomb nicht unbedingt dazu raten, sich jeden Tag eine Tafel Vollmilch-Nuss einzuverleiben. Ganz streng genommen fanden sie und ihr Team heraus, dass regelmäßiger, aber eben auch mäßiger Schokoladenkonsum dünn macht. Naja. Noch mal ganz ehrlich gesagt: Das Gros der Untersuchten hatte Übergewicht, eben mal mehr, und mal weniger. Und es ist leider nicht bekannt, was sie außer Schokolade sonst noch so zu sich nahmen. Ach ja, das sind doch nur Details! Wir sind heute extrem ergebnisorientiert und beißen uns an der Kernbotschaft fest: Schlemmen ist ohne schlechtes Gewissen möglich.

Probanden, die Schokolade aßen, machten nicht mehr Sport

Untersucht wurde auf jeden Fall das Gewicht von 1.000 Männern und Frauen. Diejenigen, die mehrmals die Woche Schokolade naschten, waren dünner als diejenigen, die sich nur selten ein Stückchen Schoki gönnten. Und hier kommt gleich noch eine schöne Nachricht für Sportmuffel: Die Schoko-Esser waren dünner, obwohl sie im Schnitt mehr Kalorien zu sich nahmen aber trotzdem auch nicht mehr Sport trieben als die moppeligere Vergleichsgruppe. Überhaupt konnten die Wissenschaftler keinerlei Unterschiede im Verhalten feststellen, außer dem regelmäßigen Griff ins Süßigkeitenregal natürlich.

Die Wissenschaftler überlegen nun, ob vielleicht nicht nur die Menge der aufgenommenen Kalorien über "dick" oder "dünn" entscheidet, sondern auch die Zusammensetzung der Nährstoffe. Die Studie legt zumindest nahe, dass mäßiger Schokoladen-Konsum einen positiven Effekt auf den Stoffwechsel haben könnte. Sprich: Es könnte sein, dass sich in Kombination mit Schoki nicht gleich jede Kalorie ganz arg als Hüftgold niederschlägt. "Das ist eine gute Nachricht", sagt Colomb, "für die, die regelmäßig Schokolade essen und für die, die gerne damit anfangen würden." Woran genau das liegt, gilt es jetzt zu erforschen.

Besonders beruhigend: In Auftrag gegeben wurde die Studie nicht von einem Nahrungsmittelhersteller, sondern vom US-Gesundheitsministerium. Und auf das bauen wir jetzt auch in Zukunft: So hätten wir gerne noch eine Studie, die beweist, dass der regelmäßige Konsum von Grillwürstchen super für den Stoffwechsel ist, und wenn´s dann noch eine Studie gibt, die herausfindet, das Sour-Cream-Chips (und zwar die fetten, nicht die fettreduzierten) super für die Bikini-Figur sind, ist dieser Sommer für uns rein ernährungs-psychologisch gesehen geritzt.

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