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Schön bei der Geburt: Mit Make-up & Co. in den Kreißsaal?

Schön sein bei der Geburt ist den Frauen wichtig
Schön bei der Geburt: Mit Make-Up in den Kreißsaal? © WENN.com, HBE/HSS

Schön bei der Geburt: Wie wichtig ist die Optik?

Eins vorweg: Wir lassen jetzt einfach mal alle „angeblich“ weg, die sich bei diesem Thema anbieten. Kim Kardashian (32, Realityshow-Star und perfekte Selbstdarstellerin) hat im Kreißsaal angeblich (einmal muss es einfach noch sein) Zehn-Zentimeter-High-Heels getragen. Außerdem soll sie sich die Beine mit der Muttermilch ihrer Schwester eingerieben haben. Ansonsten war die Geburt von North West wohl keine allzu intime Veranstaltung: Der obligatorische Papa sagte flugs eine wichtige Veranstaltung ab, damit er zugegen sein konnte. Der Rest der Familie war dabei. Und - natürlich – ein Kamerateam. Und – angesichts der Personality der Gebärenden auch irgendwie natürlich – ein Hairstylist und ein Make-up Artist.

Von Ursula Willimsky

Damit hat die künftige Mrs. West neue Maßstäbe gesetzt. Nicht nur sah sie bis vor der Geburt tiptop aus und trug noch in einem Stadium hohe Pumps, in dem andere Baldgebärende schon längst in Stützstrümpfe und Gesundheitslatschen geschlüpft sind. Sondern - so fürchten wir – sie hat auch gleich noch das Anforderungsprofil für Mamis deutlich nach oben geschraubt. Hey, es reicht nicht, unter Schmerzen ein Kind auf die Welt zu bringen. Nein, dabei muss man auch noch supi aussehen und sich zwischen den Wehen auch mal die Zeit nehmen, um das Make-up aufzufrischen! Beziehungsweise professionell auffrischen zu lassen.

Dabei wollen wir uns jetzt auf keinen Fall lustig machen über all die Kugelbäuche, die sich beim Packen der Kliniktasche Gedanken über ihre Kleidung und über ihr Aussehen machen. Irgendwo bleibt man ja auch in dieser Ausnahme-Situation eine Frau. Weshalb das Punkte sind, die viele werdende Mamis beschäftigen. Nicht wenige Frauen scheuen sich ja, das erste Foto von sich und dem Baby in größerer Runde zu zeigen, weil sie da in einem blutverschmierten Lappen zu sehen sind, der ehemals ein weißes T-Shirt war. Und ihr Gesicht so aussieht, als ob sie die letzten 38 Stunden bei einer drogenschwangeren Orgie verbracht haben statt bei einem freudigen Ereignis.

Schön sein bei der Geburt ist den Frauen wichtig

Geburtserfahrene Frauen raten deshalb zum Beispiel zu einem dunklen weiten T-Shirt, auf dem man nicht jeden Fleck sieht. Und lang – möglichst deutlich über die Schenkel – sollte es auch sein: man weiß ja nie, ob man während der Wehen-Pausen nicht ein bisschen auf und ab geht und dann irgendwelchen verschreckten Jungpapas auf der Gynäkologieabteilung über den Weg läuft. Schwieriger wird es schon, den von Hebammen gerne empfohlenen Zusatz „oben weit aufknöpfbar“ zu erfüllen. Die meisten Shirts oder Nachthemden sind das eben nicht – und die meisten, die es doch sind, sehen so aus, als ob man sie kurz vor der Geburt noch schnell der Oma aus dem Schrank geklaut hat.

Als Fußbekleidung schwören viele auf dicke Socken. Weil die schön warm und bequem sind. Nur gaaaaanz wenige Ausnahmen helfen der nächsten Wehe auf Zehn-Zentimetern auf den Weg. Kim Kardashian hat diese Variante gewählt. Wir wissen es nicht, aber wir gehen einfach davon aus, dass Frau Kardashian außerdem frisch geduscht und frisch gewachst mit ihrer Entourage in den Kreißsaal ihres Vertrauens einfiel. Abgesehen davon, dass es schon eine Meisterleistung ist, so viele Menschen zu einem Termin zusammenzutrommeln, der fünf Wochen früher als geplant stattfand, bleiben für uns Normalos Fragen offen: Das Ganze klingt ja eher nach einem „Ach-du-meine-Güte- das-geht-jetzt-schon-los“-Ereignis. Bleibt da wirklich noch die Zeit für eine intensive Körperpflege? Und ist man mit einem ganz dicken Bauch dazu überhaupt noch in der Lage? Manche können sich ja nicht mal mehr die Schuhe allein zubinden? Vielleicht erklärt das ja Kims High Heels: Sie hatte halt keine Zeit mehr, sich bequeme Schuhe anzuziehen…

Zeit für das passende Make-up blieb aber (siehe oben). Auch das eine Frage, an der sich die Geister scheiden: Viele Mütter meinen, dass es ja nun völlig egal ist, wie man denn im Kreißsaal aussieht, spätestens bei der ersten schlimmen Wehe habe man ohnehin ganz andere Sorgen. Aber manche Mamas sehen das anders. Gerade wenn sie unter starken Hautproblemen leiden, glauben sie, dass sie sich mit einem leichten Make Up wohler fühlen werden und alle ihre Gedanken voll auf das Baby konzentrieren können. Problematisch nur, wie so ein Make-up Schwitzen, Wassergeburt, Stöhnen und wieder Schwitzen unbeschadet überstehen soll.

Weshalb einige sich zu dauerhafteren Teillösungen entscheiden: Vor dem errechneten Termin werden noch einmal die Strähnchen erneuert (natürlich mit unbedenklicher Haarfarbe!) oder man lässt sich die Wimpern färben. Investitionen für die Zukunft: Selbst wenn´s im Kreißsaal keiner merkt, weil jeder Wichtigeres zu beachten hat als die optische Erscheinung der werdenden Mutter, war man wenigstens noch einmal beim Friseur oder bei der Kosmetikerin. Nach der Geburt ist dafür ja erfahrungsgemäß erst einmal für lange Wochen keine Zeit mehr.

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