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Schockfotos auf Zigarettenpackungen: Wen schrecken sie wirklich ab?

Ab 2016 sollen Bilder auf Zigarettenpackungen gedruckt werden
Studie beweist: diese Fotos schrecken nur Pessimisten ab © dpa, Hanns-Peter Lochmann

Schockbilder auf Zigarettenpackungen schrecken nur Pessimisten ab

Es sind Bilder, die abschrecken und anekeln sollen: verfaulte Zähne, verstümmelte Füße und zerfressene Lungen. Darunter die Aufschrift: Rauchen kann tödlich sein. Mit diesen Schockfotos auf Zigarettenpackungen soll Rauchern laut eines Beschlusses des EU-Parlaments ab 2016 künftig die Lust auf eine Zigarette vermiest werden. Aber schrecken die Bilder die Konsumenten tatsächlich ab?

Um die Auswirkungen der Fotos auf Zigarettenpackungen herauszufinden, hat der Verhaltensforscher Darren Mays der Georgetown University in den USA eine Studie gestartet. Die Probanden: ca. 740 Raucher. Diese wurden gefragt, ob sie selbst glauben, das Rauchen aufhören zu können und was sie mehr dazu veranlassen würde, dies zu tun: Positive Nachrichten, wie "Wer verzichtet, reduziert sein Krebsrisiko" oder eher Schockbilder mit negativen Botschaften, wie "Rauchen kann tödlich sein".

Die Ergebnisse der Studie fallen, laut dem Wissenmagazin 'Nicotine & Tobacco Research', unterschiedlich aus. Die Probanden, die es als schwierig ansahen, das Rauchen aufzuhören, empfanden die negativen Botschaften auf den Zigarettenpackungen als wirksamer. Die Kandidaten hingegen, die angaben, mit dem Rauchen aufhören zu können, sprangen überwiegend auf die positiven Worte, wie "Wer verzichtet, reduziert sein Krebsrisiko", an.

Welche Warnungen eine größere Wirkung auf den Verbraucher haben, ist demnach personenabhängig. Um möglichst viele Menschen anzusprechen und zum Aufhören zu bewegen, wären daher sowohl positive als auch negative Botschaften und Bilder auf den Zigarettenpackungen notwendig.

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