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Schock-Video gegen Übergewicht: Was Fastfood mit Kindern anstellt

US-Kampagne "Rewind the Future" warnt vor Folgen ungesunder Ernährung

Ein übergewichtiger Mann wird auf einer Liege in den OP-Raum gefahren. Er atmet schwer, bekommt eine Sauerstoffmaske aufgesetzt. "Herzinfarkt, 300 Pfund, 32 Jahre alt" – erklärt die Krankenschwester dem Arzt. Mit diesen Bildern beginnt das Video, das rückwärts abgespielt das Leben der fiktiven Figur Jim bis zum Babyalter zeigt. Immer im Fokus des Clips steht die ungesunde Ernährung des jungen Mannes.

Es zeigt Jim mit Eis, Limonade und Chips – meistens auf dem Sofa liegend oder laut schnaufend beim Versuch, sich körperlich zu betätigen. Man sieht einen Arzt, der vor Diabetes warnt. Und immer wieder Fastfood und ungesundes Essen. Am Ende des Videos - also am Anfang von Jims Leben – sieht man, wie seine Mutter ihn als Baby mit Pommes füttert, weil das angeblich das Einzige ist, was ihn beruhigt.

Das knapp zwei Minuten lange Video 'Rewind the Future', zu Deutsch "Die Zukunft zurückspulen" ist Teil einer Kampagne des US-Kinderkrankenhauses Children’s Healthcare of Atlanta und soll vor den Folgen ungesunder Ernährung warnen: "Wir haben das Video nicht erstellt, damit ihr euch schuldig fühlt. Wir wollten nur zeigen, wie die Zukunft der Kinder aussehen kann, wenn wir jetzt nicht handeln. Die Entscheidungen, die wir heute unseren Kindern beibringen, werden zu Gewohnheiten, die sie in die Zukunft mitnehmen."

Auch wenn das Video aus den USA stammt, ist das Thema Übergewicht und Fettleibigkeit auf der ganzen Welt aktuell. So spricht die Weltgesundheitsorganisation bereits von einer Adipositas-Epidemie. In Deutschland sind 15 Prozent der Kinder im Alter zwischen 3 und 17 Jahren übergewichtig, weitere 6 Prozent leiden sogar an Fettsucht. Bei den Erwachsenen sehen die Zahlen noch dramatischer aus: Zwei Drittel der Männer und die Hälfte der Frauen haben Übergewicht und rund ein Viertel der Erwachsenen ist adipös.

Dazu kommt eine weitere erschreckende Zahl: Erkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems sind die Todesursache Nummer eins in Deutschland. Doch die gute Nachricht ist – viele Risikofaktoren für Herzerkrankungen können wir selbst aus dem Weg räumen. Dazu gehört neben Rauchen und zu wenig Bewegung auch die ungesunde Ernährung. Und am besten, man fängt damit schon im Kindesalter an. Denn - wie ein Sprichwort sagt - was Hänschen nicht lernt, lernt der Hans nimmer mehr – und landet im schlimmsten Fall mit 32 Jahren wie Jim aus dem Video auf dem OP-Tisch.

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