ELTERN-KOLUMNE ELTERN-KOLUMNE

Schnuller abgewöhnen: Das Märchen von der Schnullerfee

So gewöhnen Sie Ihrem Kind den Schnuller ab!
So gewöhnen Sie Ihrem Kind den Schnuller ab! Sanfte Methode oder Schnullerfee? 00:05:49
00:00 | 00:05:49

Und plötzlich schnullerfrei

Ja, zugegeben. Der Schnullerentzug kam plötzlich und traf uns alle eiskalt. In erster Linie natürlich das Kind. Aber auch ich stand ratlos da und wusste nicht, wie ich mit dem bettelnden Kind umgehen sollte. Doch der Schnuller war weg - unfreiwillig verschlampt wohlgemerkt.

Kolumnistin Sabine Möller schreibt über das Schnuller abgewöhnen.
Von der Schnullerfee hält unsere Kolumnistin Sabine Möller nichts.

Von Sabine Möller

Vor einigen Tagen musste der Sohnemann sich von einigen seiner heiß geliebten Schnullis trennen. Er hatte einen nach dem anderen durchgebissen. Also wurden sie ohne großes Tamtam feierlich in den Müll geworfen. Nur einer durfte noch bleiben (der war halbwegs heil). Mit dem einen kam mein Sohn auch sehr gut aus. Unsere Versuche, ihn hin und wieder den Schnulli vorzuenthalten, klappten nie. Auch die Lockversuche mit der Schnullerfee zogen nicht.

Neulich abends, zur normalen Zubettgehzeit, verlangte das Kind wieder nach seinem Nuckel. Ich suchte alle bekannten Schnulli-Orte ab, stellte sein Zimmer auf den Kopf und guckte unter allen Betten. Ich fand den Schnuller nirgends. "Kann es sein, dass du den Schnulli bei der Oma vergessen hast?", fragte ich das Kind. Er antwortete traurig: "Ja!" Damit war der Verbleib zwar geklärt, doch die Fragerei danach längst nicht beendet. Letztendlich zog sich das Einschlafen über 1,5 Stunden hin. Immer wieder wurde traurig nach dem Schnuller gefragt und ich wiederholte, dass er doch bei der Oma sei. Irgendwann schlief das Kind doch noch ein - ohne Schnuller.

Dann taucht der Schnuller wieder auf

Und wie es sich gehört, waren Mama und Papa am nächsten Morgen hin und weg von den neuen Eigenschaften des Kindes. Wir waren natürlich wahnsinnig stolz, dass er auch ohne Schnuller prima geschlafen hatte. Dann machte ich die Entdeckung: Halb unterm Schrank lag es da, das Objekt der Begierde. Von wegen bei der Oma! Der Schnuller war beim Spielen unter den Schrank geraten und keiner hat ihn gefunden. Ich steckte das Ding rasch in meine Tasche und zeigte dem Papa ganz unauffällig meine Entdeckung. Danach packte ich den Schnuller sicher weg - für den Notfall. Das Betteln und Fragen nach dem Schnulli, der dummerweise immer noch bei der Oma liegt, lässt zum Glück nach. Mir fiel es aber nicht leicht, hart zu bleiben und ihn immer wieder an den Verbleib des Schnullers zu erinnern.

Und jetzt? Brachte die Schnullerfee ein Geschenk? Nein, auf das Märchen mit der Schnullerfee habe ich verzichtet, denn in dieser Situation hatte die nun wirklich nichts verloren. Dafür gab es als Belohnung ein großes Spaghetti-Eis. Eher für mich, denn nach zwei Löffeln war es dem Kind zu kalt.

Anzeige