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Schnellere Reanimation bei Frühchen durch Boxenstopp-Technik

SO soll die Formel 1 Babyleben retten
SO soll die Formel 1 Babyleben retten Boxenstopp im Kreißsaal 00:02:05
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So sollen Neugeborene schneller wiederbelebt werden

Schnelligkeit und eine gute Organisation – das sind Dinge, die das Boxenstopp-Team bei der Formel 1 ausmachen. Spezialisten auf der Geburtsstation des Universitätskrankenhauses von Wales in Cardiff haben etwas ganz besonderes bemerkt: Die blitzschnellen Stopps beim Formel-1-Rennen ähneln stark der eigenen Arbeitsweise auf der Neugeborenenstation – nämlich dann, wenn ein Baby wiederbelebt werden muss. Und das wollen sie sich zu Nutze machen.

In beiden Fällen, bei der Wiederbelebung eines Babys und beim Boxenstopp, wird ein Team gebraucht, das in einem kritischen Moment gut zusammenarbeiten kann - unter Zeitdruck und mit Platzmangel! Wegen dieser Parallelen kam den Experten des UHWs eine außergewöhnliche Idee: Um sich etwas von dem Wissen und der Technologie der Formel 1 abschauen zu können, schlossen sie sich mit dem britischen Autorennstall Williams kurz. Wie genau diese Kooperation aussieht und wie gut diese tatsächlich funktioniert, das sehen Sie im Video.

Reanimation als einzige Chance für viele Frühchen

Rund 63.000 Kinder werden in Deutschland jährlich vor der 37. Schwangerschaftswoche geboren - also drei Wochen vor dem errechneten Geburtstermin. In vielen Fällen sind zu dieser Zeit noch nicht alle Organe vollständig ausgewachsen und können nicht eigenständig funktionieren. Häufig ist dann eine Wiederbelebung die einzige Chance für das Neugeborene - und dabei zählt jede Sekunde!

Dass die Formel 1 und ein Kreißsaal-Team voneinander lernen können, hätte ein Laie wohl nie für möglich gehalten. Claire Williams war als Co-Teamchefin des Rennstalls höchst erfreut, geholfen zu haben. “Ihre Arbeit dort ist wirklich wichtig. Es geht jeden Tag der Woche um Leben oder Tod. Wenn wenigstens ein Teil unserer Ratschläge hilft, Leben zu retten, war das jeden Versuch wert”, sagte die Tochter von Teamchef Frank Williams. “Es ist ein gutes Beispiel dafür, dass sich Technologie und Wissen aus der Formel 1 als zunehmend nützlich auch für viele anderen Branchen erweist.”

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