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Schnelle Geburt im Wohnzimmer: Per Telefon wird der Papa zur Hebamme

Julians Geburt dauerte gerade einmal vier Minuten

Eine Geburt ist für die werdende Mutter und auch den Vater anstrengend und kann sich über Stunden hinziehen. Doch manche Kinder haben es so eilig, dass ihre Geburt gerade einmal Minuten dauert. Der kleine Julian war allerdings von der ganz schnellen Sorte, denn seine Geburt dauerte kurze vier Minuten. Seine Mutter Daniela hatte noch nicht einmal Zeit ins Krankenhaus zu fahren und brachte ihren Sohn im Wohnzimmer zur Welt - mit Hilfe von Papa Jens.

Als werdende Eltern ist es wohl das Schlimmste, was man sich vorstellen kann: Man stelle sich vor, dass die Wehen einsetzen, aber Hilfe von Ärzten oder Hebammen ist nicht in Sicht. Als die Fruchtblase bei Daniela platze, war sie mit ihrem Mann Jens im Wohnzimmer. Schnell wurde der Notdienst angerufen, doch es war klar, dass dieser nicht mehr rechtzeitig in der Wohnung der Familie ankommen würde. Übers Telefon bekam Papa Jens Anweisungen vom Sanitäter und übernahm den Job einer Hebamme.

Nebenan schlief sogar noch ihr ältester Sohn und bekam von dem ganzen Trubel kein bisschen mit. Nach nur vier Minuten hielt der stolze Vater seinen neugeborenen Sohn in den Armen. Nur wenige Zeit später traf dann auch der Rettungsdienst ein und brachte die glückliche Familie in ein Krankenhaus zur Nachsorge.

Wie es der Familie heute geht und wieso Papa Jens jetzt sogar einen Hebammen-Kurs besuchen möchte, das sehen Sie in unserem Video.

Tipps für den Geburts-Notfall

Wenn auch Sie mal in so eine ungewöhnliche Situation geraten sollten, dann helfen Ihnen diese Tipps, einen kühlen Kopf zu bewahren.

1. Eine plötzliche Geburt sollte in einer möglichst hygienischen Umgebung stattfinden. Versuchen Sie ihre Hände und den Schambereich zunächst mit Wasser und Seife zu waschen.

2. Der Bereich, wo die Geburt womöglich stattfinden wird, sollte mit Handtüchern, Bettlaken oder Plastiklaken ausgelegt werden. Zur Not geht auch Malerfolie.

3. Eine Waschschüssel soll dazu dienen, das Fruchtwasser und das Blut aufzufangen.

4. Sobald die Presswehen einsetzen, sollte die Gebärende anfangen zu hecheln oder in kurzen und kontrollierten Atemzügen zu atmen. Dieser Vorgang wird den Schwangeren in einem Vorbereitungskurs oft beigebracht.

5. Ist schon das Köpfchen des Babys zu sehen, sollte man eine Hand auf den Schambereich legen und sanften Druck ausüben, damit der Kopf gleichmäßig austreten kann.

6. Sobald der Kopf geboren wurde, sollte man umgehend mit den Fingern untersuchen, ob sich die Nabelschnur um den Hals gelegt hat. Sollte dies der Fall sein, so heben Sie die Nabelschnur langsam über den Kopf hinaus.

7. Die Nase des Babys müssen Sie nach unten ausstreichen und den Nacken und das Kinn nach oben - so stellen Sie sicher, dass der Schleim und das Fruchtwasser von der Nase und dem Mund wegfließen können.

8. Bei einer erneuten Presswehe sollten sie die Hände um den Kopf des Babys legen und einen beständigen Druck nach unten ausüben. Aber Achtung, ziehen oder zerren Sie niemals an dem Kopf des Kindes.

9. Tritt die erste Schulter heraus, so können Sie den Kopf und die Schulter nach oben in Richtung Schambein beugen, dadurch können auch die zweite Schulter und der restliche Körper leichter austreten.

10. Sobald das Kind auf der Welt ist, umwickeln Sie es mit Handtüchern und stellen Sie sicher, dass das Baby warmgehalten wird. Auch die Mutter sollte in warme Decken gewickelt werden.

11. In keinem Fall sollten Sie die Nabelschnur durchtrennen oder daran ziehen. Wenn die Plazenta bereits ebenfalls ausgetreten ist, dann können Sie die Schnur nach oben heben, damit das Blut in das Baby fließen kann. Spätestens zu diesem Zeitpunkt sollte professionelle Hilfe allerdings schon da sein und die nötige Nachsorge übernehmen.

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