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Schneeflocken-Baby Hannah: Als Embryo adoptiert

Mutter kann adoptiertes Embryo wie eigenes Kind austragen

Mit Hannah haben sich Renee und David Umeda ihren größten Wunsch erfüllt. Am 12. April brachte Renee ihre Tochter zur Welt, die sie neun Monate früher adoptiert hatte - als Schneeflocke. So nennt man eingefrorene Embryos. Weil die beiden auf natürliche Weise keine leiblichen Kinder bekommen konnten, haben sie eine befruchtete Eizelle adoptiert, die Mutter Renee ausgetragen hat.

Schon bei ihrer Hochzeit vor elf Jahren war Renee und David klar: Wir wollen eine große Familie! Zwar wurde Renee relativ schnell schwanger, sie erlitt aber eine Fehlgeburt. Der nächste Schock: Vor zwei Jahren kam Renee viel zu früh in die Vor-Menopause, wurde dadurch im Grunde unfruchtbar. Gemeinsam leibliche Kinder zu bekommen - von diesem Gedanken musste sich das Paar verabschieden.

Die zwei entscheiden sich schließlich für die Adoption eines eingefrorenen Embryos, eines sogenannten Schneeflockenbabys. Viele Paare in den USA frieren befruchtete Eizellen für sich ein. Brauchen sie die Eizellen irgendwann nicht mehr, geben sie manche zur Adoption frei. So können unfruchtbare Frauen wie Renee ihr Kind selber austragen. Ein Verfahren, dass es in Deutschland so nicht gibt: Denn bei uns ist eine Adoption nur möglich, wenn das Kind schon geboren ist. "In Deutschland ist es nur möglich, einen Embryo zu spenden. Die Mutter, die das Kind bekommt, ist dann auch die Mutter im Rechtssinne", sagt der Gynäkologe Prof. Dr. Heribert Kentenich.

Für die Umedas war ihr Weg das größte Glück. Denn Renee konnte so das Kind selber austragen. Alles lief wie bei einer normalen Adoption: Die Umedas wurden überprüft und stellten sich in einem Buch den biologischen Eltern vor. Ein passendes Paar, das die befruchteten Eizellen spendete, fand sich schnell.

Insgesamt adoptierten die Umedas zwölf Embryos, zwei wurden bei Renee eingesetzt. Neun Monate später war Hannah da. David und Renee wollen weitere Kinder haben, genügend Embryos gibt es. Und damit eine gute Chance auf ein Geschwisterchen für Hannah.

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