Schlüpfer-Streit: Sind Dessous in Russland bald verboten?

Dessous-Verbot in Russland
Na, wie viel Baumwolle ist wohl in diesem BH verarbeitet? Vermutlich zu wenig, um in Russland zugelassen zu werden. © User

Fans von sexy Unterwäsche gehen auf die Barrikaden

Schlechte Nachricht für Dessous-Freunde in Russland, Weißrussland und Kasachstan: Ein neues Gesetz verbietet ab dem 1. Juli den Import von Spitzenunterwäsche. Dürfen die Frauen vor Ort also bald nur noch Baumwoll-Schlabberhosen tragen? Der Staat will den Menschen an die Wäsche, aber die Dessous-Fans gehen auf die Barrikaden.

Demnächst muss Unterwäsche einen gesetzlich vorgeschriebenen Baumwollanteil von mindestens sechs Prozent haben - ansonsten darf die Ware in den betreffenden Ländern nicht verkauft oder hergestellt werden. Dessous erfüllen dieses Kriterium in der Regel nicht, denn sie sind häufig aus anderen Stoffen wie zum Beispiel Lycra, Seide oder Satin.

Gegen diesen politischen Plan regt sich allerdings Widerstand. In Kasachstan sind zuletzt etwa 30 Demonstrantinnen auf die Straße gegangen, um für ihr Recht auf sexy Dessous zu kämpfen - statt Mützen trugen sie Spitzenhöschen auf dem Kopf. Die Polizei reagierte mit Festnahmen auf die "Freiheit für die Unterhose"-Rufe.

Auch im Internet machen die Dessous-Fans ihrem Ärger Luft. Facebook- und Twitter-Nutzer haben witzige Bilder gebastelt, die den Unterschied zwischen uralt-Schlüpfern und heißen Höschen auf einen Blick zeigen. Ob die Eurasische Wirtschaftskommission das umstrittene Gesetz anpassen wird, ist noch offen. Demnächst soll es immerhin eine ausführliche Stellungnahme zum Schlüpfer-Streit geben. Für viele Bürger ist klar: Das Gesetz ist nur ein ungeschickter Versuch der Politik, die Wirtschaftsmärkte in Russland, Kasachstan und Weißrussland zu regulieren - so wie früher in der Sowjetunion. Ihre Unterwäsche möchten sich die Menschen von der Politik aber nicht vorschreiben lassen.

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